Schröder feiert bei Putin Geburtstag und erntet Kritik
Gerhard Schröder war bei Putin zu Gast, als der Kremlchef seinen 74. Geburtstag feierte. Politiker und Experten üben scharfe Kritik.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder war am Mittwoch bei Putin zu Gast, berichtet die «Zeit». Der Kremlchef feierte an diesem Tag in Moskau seinen 74. Geburtstag, so die Angaben des Kremls.
Putin habe laut Kreml erst am Morgen aus den Medien von Schröders Reise erfahren. Daraufhin habe der Kremlchef seinen alten Freund zu sich nach Hause eingeladen, hiess es weiter.
Der Kreml veröffentlichte laut «Tagesspiegel» ein Foto, auf dem Schröder lächelnd mit Putin vor einem Kachelofen posiert. Die Aufnahme zeigt die beiden Männer demnach auf der Geburtstagsparty in der Residenz des russischen Präsidenten.
Schröder reist nach Moskau, Putin lädt zu sich ein
Schröder gehört laut «Ostdeutsche Allgemeine» seit Ende September dem Aufsichtsrat der russischen Handelskette Hyperglobus an. Am Mittwoch besuchte er demnach eine Filiale im Westen Moskaus und wurde mit Applaus empfangen.
Er soll die Geschäftsführung mitgestalten und die Strategie im Russlandgeschäft langfristig begleiten. Der Altkanzler hatte Putin bereits im Juni in Moskau persönlich getroffen, so die Zeitung.
Die Kette gehörte früher zum deutschen Globus-Konzern, wurde laut «Tagesspiegel» aber 2025 vollständig ausgegliedert. Neuer Besitzer ist demnach Thomas Bruch, früher Geschäftsführer und Miteigentümer der deutschen Globus-Kette.
Schröder bei Putin stösst auf scharfe Kritik
Russland griff die Ukraine laut «Tagesspiegel» am selben Tag mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen an. Präsident Selenskyj nannte den Angriff ein Geburtstagsgeschenk für Putin und sprach von mindestens 25 Toten sowie über 100 Verletzten.

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt nannte den Besuch auf X eine Schande für Deutschland, wie der «Tagesspiegel» berichtet. Roderich Kiesewetter, CDU-Abgeordneter im Auswärtigen Ausschuss, schrieb auf X: «Das ist Verrat an Europa und am eigenen Land.»
Russland-Experte Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik kritisiert, Schröder monetarisiere erneut seinen Zugang zu Putin. Hyperglobus habe sich mit dem Posten Schröders eine Lebensversicherung gekauft, schrieb Kluge bei X.
















