Putin beteuert: «Bereiten uns nicht auf Kampf mit Europa vor»
Kann Europa aufatmen? Russlands Präsident Wladimir Putin sagt, Russland plant keine Angriffe auf europäische Länder.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut Wladimir Putin plant Russland keine Angriffe auf europäische Länder.
- Europäische Geheimdienste warnen trotzdem vor möglichen Drohnen-, Cyber- und Sabotageangriffen Russlands.
- Italiens Verteidigungsminister bezweifelt hingegen die Warnungen und ruft zu Zurückhaltung auf.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Freitag in St. Petersburg eine klare Aussage gemacht. Russland bereite sich «nicht auf irgendwelche Kämpfe mit Europa» vor.
Diese Behauptung käme laut Putin von europäischen Ländern selbst – um die eigene Aufrüstung zu rechtfertigen, berichtet die «Krone».
Gleichzeitig kursieren in Europa Berichte über mutmasslich russische Drohnenangriffe.
Ein Insider aus dem Umfeld des litauischen Verteidigungsministeriums warnte kürzlich vor konkreten Plänen des Kremls.
Mittelmeerländer im Visier
Demnach könnten Mittelmeerländer wie Italien, Frankreich und Spanien ins Visier geraten.
«Sie werden Drohnen einsetzen, die vom Meer aus gestartet und in Containern versteckt werden.» Das sei überhaupt nicht schwierig, so der Insider.
Auch mehrere Geheimdienste, darunter jene aus den USA und Dänemark, halten solche Angriffe für realistisch. Diese Informationen kamen kurz nach dem überraschenden Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau am 25. August ans Licht.
Dänischer Geheimdienstchef warnt
Nicht nur Drohnenszenarien sorgen für Unruhe. Auch die Gefahr militärischer Angriffe auf Nato-Mitglieder wird zunehmend diskutiert, so die «Krone».
Thomas Ahrenkiel, Chef des dänischen Auslands- und Militärnachrichtendienstes FE, äusserte sich am Donnerstag dazu. «Es gibt ein geringes, aber wachsendes Risiko, dass Russland einen begrenzten militärischen Angriff gegen ein oder mehrere Nato-Länder an der Grenze zu Russland ausführen wird», sagte er.
Einen vollständigen Einmarsch schliesst Ahrenkiel aber aus. Wahrscheinlicher seien sogenannte hybride Angriffe.
Diese Einschätzung deckt sich mit Berichten aus anderen europäischen Hauptstädten. Viele Nato-Staaten erhöhen derzeit ihre Verteidigungsausgaben.
Italiens Verteidigungsminister widerspricht
Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto reagierte auf die Berichte mit Skepsis.
Die Warnungen über mögliche Angriffe durch russische Schiffe und Drohnen auf italienisches Territorium seien nicht bestätigt. Er kritisierte die Veröffentlichung solcher Informationen.
«Wir leben bereits in schwierigen, angespannten Zeiten, und niemand braucht zusätzliches Öl ins Feuer zu schütten», sagte Crosetto. Übertriebene Warnungen könnten die Lage weiter anspannen.

















