Prozess gegen DW-Reporter in Ankara begonnen
In der Türkei hat der Prozess gegen den Deutsche-Welle-Reporter (DW) Alican Uludag begonnen.

Laut der Anklageschrift werden ihm Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und die Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen vorgeworfen. Uludag sitzt in Istanbul in Untersuchungshaft und nimmt per Videoübertragung am Prozess teil. Der Prozess findet in Ankara statt. Die Deutsche Welle ist der steuerfinanzierte Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland.
Der Angeklagte weist die Vorwürfe von sich. Vor Prozessbeginn erklärte er gegenüber der Türkischen Journalistengesellschaft TGC: «Ich glaube, dass die Mehrheit der Justizbeamten im Land Bedenken hinsichtlich der in letzter Zeit politisierten Verfahren hat und diese nicht gutheisst. Als Justizreporter werde ich weiterhin der Wahrheit nachgehen.»
Uludag sagte der Journalistengesellschaft TGC ausserdem, die Erfahrung der Haft werde einen Beitrag zu seiner Arbeit als Journalist leisten. «Für meine Tätigkeit als Justizreporter ist es sehr wichtig, die Psyche der Menschen im Gefängnis zu verstehen und die dortigen Abläufe zu kennen.»
Veysel Ok von der türkischen Anwaltsvereinigung MLSA kritisiert den Prozess gegen den DW-Reporter. Es solle damit auch eine Botschaft an ausländische Medienorganisationen gesendet werden, die laute: «Wir können den Druck, den wir auf türkische Journalisten ausüben, auch auf euch ausüben.» Diese Bedrohung erzeuge ein Klima der Angst, das Journalisten in die Selbstzensur treibe, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.














