Präsident Macron will soziale Netzwerke sperren bei weiteren Unruhen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Frankreich,

    Präsident Macron wägt Massnahmen ab, um die Unruhen in Frankreich zu bekämpfen. Wenn diese fortschreiten, will er Online-Medien offenbar sperren.

    macron
    Der französische Präsident Macron an der Dringlichkeitssitzung am 30. Juni 2023 im Pariser Innenministerium, nachdem es im ganzen Land zu Ausschreitungen gekommen war. Will er nun Social Media sperren? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei weiteren Krawallen möchte Emmanuel Macron wohl die sozialen Netzwerke sperren.
    • Der französische Präsident sieht eine Gefahr in den Online-Medien.
    • Beispielsweise wurden dort gewaltsame Versammlungen organisiert, heisst es.

    Im Kampf gegen weitere Unruhen in Frankreich zieht Präsident Emmanuel Macron auch eine Blockade von Online-Medien in Betracht. Man müsse über die Nutzung sozialer Netzwerke durch die protestierenden Jugendlichen und mögliche Verbote nachdenken.

    Dies sagte Macron bei einem Treffen mit Bürgermeistern am Dienstag in Paris, berichtete der Sender BFMTV. «Wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, muss man sich vielleicht in die Lage versetzen, sie zu regulieren oder abzuschalten. Das sollte man auf keinen Fall im Eifer des Gefechts tun. Und ich bin froh, dass wir das nicht tun mussten», so Macron.

    Gewaltsame Versammlungen durch soziale Netzwerke organisiert

    Bereits am Freitag hatte der Präsident auch die sozialen Netzwerke für die Gewalteskalation bei den Protesten gegen Polizeigewalt verantwortlich gemacht. Dort seien gewalttätige Versammlungen organisiert worden.

    Nun sagte Macron, über den Umgang mit sozialen Medien müsse in Ruhe nachgedacht werden. «Denn wenn es zu einem Instrument für Versammlungen oder für den Versuch zu töten wird, ist es ein echtes Thema.»

    France Police Shooting
    Nanterre, die Heimat des getöteten Nahel, glich für rund vier Nächte einem Kriegsgebiet. - keystone

    Unterdessen wurden in Nordfrankreich die Kontrollen an der Grenze zu Belgien verstärkt, um die Einfuhr von Feuerwerkskörpern zu stoppen. Darüber berichtete die Zeitung «Le Parisien» am Dienstagabend unter Verweis auf die Präfektur. Verhindert werden solle, dass sich die Krawallmacher mit Nachschub an Böllern eindecken.

    Beiderseits der Grenze seien bereits Menschen mit Pyrotechnik gestoppt worden. Die Präfektur in Nordfrankreich ordnete bis Mitte Juli ein Verbot des Verkaufs und Mitführens von Feuerwerk an. Auch in Kanistern abgefülltes Benzin darf nicht verkauft oder transportiert werden.

    Polizist tötete 17-jährigen Jungen

    Am letzten Dienstag führte eine Polizeikugel bei einer Verkehrskontrolle zum Tod des 17-jährigen Nahel. Seither wurde Frankreich von schweren Krawallen erschüttert.

    Finden Sie Macrons Idee, die sozialen Netzwerke zu sperren, eine gute Idee?

    Wiederholt kam es zu Plünderungen, Brandanschlägen und gewaltsamen Konfrontationen zwischen Polizisten und Randalierern. Gegen den Beamten, der den Schuss auf den Jugendlichen abgab, wird wegen Totschlagverdachts ermittelt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Emmanuel Macron
    31 Interaktionen
    Nach Krawallen
    Emmanuel Macron
    89 Interaktionen
    Wegen Unruhen
    22 Interaktionen
    Nach Unruhen

    MEHR IN NEWS

    beerdigung
    3 Interaktionen
    Neues Geschäftsmodell
    a
    7 Interaktionen
    Gen-Gefahr
    wetter
    Mit Bise
    Feuerpferde Tobias Sennhauser
    «Keine Feuerpferde»

    MEHR AUS FRANKREICH

    Ausschreitungen
    6 Interaktionen
    Paris
    7 Interaktionen
    Paris
    a
    21 Interaktionen
    FIA ermittelt mit KI
    a
    152 Interaktionen
    10'000 Euro