Piusbrüder sehen kein Schisma trotz Exkommunikation
Nach der Exkommunikation wehren sich die Piusbrüder gegen den Schisma-Vorwurf und betonen ihre Treue zum Papst.

Die Piusbrüder weisen nach ihrer Exkommunikation den Vorwurf eines Schismas entschieden zurück und betonen ihre Verbundenheit mit Rom. Pater Franz Schmidberger, Prior von St. Athanasius Stuttgart, spricht von einem «grossen Schaden für die Kirche».
Der Vatikan hatte zuvor die Exkommunikation von sechs Beteiligten an der unerlaubten Bischofsweihe in Écône bestätigt. Wie «Vatican News» berichtet, stuft der Vatikan die Weihe als schismatischen Akt ein, der automatisch zur Exkommunikation führe.
Am 1. Juli hatten zwei Bischöfe der Piusbruderschaft in der Schweiz vier Priester zu Bischöfen geweiht. Diese Weihe erfolgte gegen den ausdrücklichen Willen von Papst Leo XIV., der zuvor eindringlich davor gewarnt hatte.
Piusbrüder suchten das Gespräch
Schmidberger zufolge hätten die Piusbrüder mehrfach um ein klärendes Gespräch mit dem Heiligen Stuhl nachgesucht, jedoch ohne Erfolg. Er bedauere, dass sich der Papst im Vorfeld nur wenig um die Angelegenheit gekümmert habe, so Schmidberger laut «Kirche+Leben».
Von einem Schisma könne aus seiner Sicht keine Rede sein, betont der Ordensmann mit Nachdruck. «Wir haben uns nie von der Kirche trennen wollen», sagt Schmidberger.
In Stuttgart besuchen laut Schmidberger an Sonntagen bis zu 300 Gläubige die Gottesdienste der Gemeinschaft. Nur eine verschwindende Minderheit stelle die Bischofsweihe infrage, erklärt der Prior gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur.
Reaktionen aus dem Vatikan
Mehrere hochrangige Kirchenvertreter äusserten sich bereits vor der Exkommunikation zustimmend zum Vorgehen des Vatikans gegen die Piusbruderschaft. Laut «T-Online» sagte Kardinal Gerhard Müller, der Papst müsse die Bruderschaft automatisch exkommunizieren.

Bereits 1988 hatte Gründer Marcel Lefebvre ähnlich gegen den Willen des Vatikans vier Bischöfe geweiht. Das Verhältnis habe sich danach schrittweise normalisiert, sagt Schmidberger laut «Kirche+Leben» und hofft auf einen ähnlichen Verlauf.
Der Vatikan verlangt von der Piusbruderschaft ausdrücklich die Anerkennung zentraler Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Diese Bedingung gilt als zentrale Voraussetzung für eine mögliche Rückkehr der Piusbrüder in die katholische Kirche.












