AfD

    Anti-AfD-Demonstranten gehen auf Journalisten los

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Deutschland,

    Zehntausende protestierten gegen den Parteitag der AfD am Samstag in Erfurt. Es kam vereinzelnd zu Angriffen auf Journalisten und Livestreamer.

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    Ein Reporterteam des rechtskonservativen Onlineportals «Apollo News» wurde in Erfurt verletzt. - X/@ben_brechtken

    Das Wichtigste in Kürze

    • Rund 31’000 Menschen protestierten in Erfurt gegen den Parteitag der AfD.
    • Vereinzelnd wurden Reporter angegriffen.
    • Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden wiedergewählt und bleiben an der Spitze der Partei.

    Beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt (D) kam es am Samstag vereinzelnd zu Angriffen auf Livestreamer-Journalisten. Rund 31’000 Menschen protestierten in der thüringischen Hauptstadt gegen die Veranstaltung der Partei.

    Die Stimmung blieb grösstenteils friedlich. Doch: Einige wenige Zwischenfälle gab es.

    Betroffen war ein Reporterteam des rechtskonservativen Onlineportals «Apollo News». Dieses berichtete, dass Demonstranten die Journalisten körperlich angegriffen hätten.

    Der Chefredaktor des Portals schrieb auf der Plattform X, einem seiner Mitarbeiter sei dabei gegen den Hinterkopf getreten worden.

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    Benedikt Brechtken ist Chefredaktor beim rechtskonservativen Onlineportals «Apollo News». - X/@ben_brechtken

    Videos auf der Plattform X zeigen, wie die Journalisten von einer kleinen Gruppe Demonstrierender geschubst und weggedrängt werden.

    Die Aktivisten rechtfertigen ihr vorgehen an einer Pressekonferenz: «Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können jetzt gerne auch gehen.»

    Die Polizei ermittelt

    Die Polizei bestätigte den Vorfall: «Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten werden von uns konsequent verfolgt». Ein Sprecher erklärte, es sei zu Übergriffen gekommen, «insbesondere auf Livestreamer», also Amateur-Personen, die Ereignisse live im Internet übertragen.

    Einer der Betroffenen musste mit einer Ambulanz abtransportiert und medizinisch behandelt werden. Zunächst machte die Polizei keine Angaben dazu, für welches Medium die Verletzten arbeiteten.

    Medienschutzteams stehen Journalisten zur Seite

    Die Polizei wies darauf hin, dass für Pressevertreter eigens Medienschutzteams im Einsatz seien. Zusätzlich gebe es eine Medienhotline, bei der Übergriffe gemeldet werden könnten. «Wir gehen jedem Hinweis nach», hiess es seitens der Behörden.

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    Insgesamt registrierte die Polizei am Einsatztag 48 Straftaten sowie elf Ordnungswidrigkeiten. In einem Fall bestand laut Polizei der Verdacht des schweren Landfriedensbruchs.

    Pressefreiheit bei Demonstrationen steht unter Druck

    Angriffe auf Journalisten bei Demonstrationen sind kein neues Phänomen. Besonders Vertreter von Medien, die politisch einer bestimmten Richtung zugeordnet werden, sind dabei häufig Ziel von Aggressionen.

    Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» dokumentiert regelmässig Übergriffe auf Journalisten weltweit. Die Schweiz ist mit Platz acht unter den Top 10 der sichersten Länder für Medienschaffende.

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    Die Schweiz ist unter den Top 10 der sichersten Länder für Journalisten. - www.reporter-ohne-grenzen.de

    AfD-Parteitag in Erfurt

    Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt stand unter besonderer Beobachtung. Die Partei wird vom Verfassungsschutz in mehreren Bundesländern beobachtet. Zehntausende Menschen haben sich an Protesten gegen den Parteitag in Erfurt beteiligt.

    Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden wiedergewählt und bleiben an der Spitze der AfD. Weidel erhielt 81,3 Prozent, Chrupalla 70 Prozent – für Chrupalla ein deutlicher Dämpfer, für Weidel ein leichtes Plus.

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    Kommentare

    Anton Borter

    Die Proteste, die in Erfurt stattgefunden haben, waren nicht anti-demokratisch – im Gegenteil.

    User #1486 (nicht angemeldet)

    Il fascismo quando tornerà si chiamerà antifascismo. (Wenn der Faschismus zurückkehrt, wird er sich Antifaschismus nennen). Das Zitat wird Iganzio Silione zugeschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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