Piusbrüder nach verbotener Weihe aus Kirche ausgeschlossen
Die Piusbrüder haben trotz päpstlicher Warnung vier Bischöfe geweiht. Nach Kirchenrecht sind alle Beteiligten damit automatisch exkommuniziert.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat am Mittwoch in Ecône im Kanton Wallis vier Priester zu Bischöfen geweiht. Dies berichtet der «ORF» und beruft sich dabei auf offizielle Angaben der Gemeinschaft.
Papst Leo XIV. hatte die Piusbrüder zuvor eindringlich vor diesem Schritt gewarnt. Der Vatikan machte klar, dass eine Weihe ohne päpstliches Mandat automatisch die Exkommunikation nach sich zieht.
Die mehrstündige Zeremonie fand vor Tausenden Gläubigen am Sitz des Priesterseminars der Gemeinschaft statt. Laut dem «ORF» reisten die Teilnehmenden aus zahlreichen Ländern zu dem Anlass an.
Papst sprach von schwerer Sünde
In seinem Brief an die Bruderschaft bezeichnete Leo XIV. die unerlaubte Weihe als schismatischen Akt. Eine solche Abspaltung stelle laut dem Papst eine Sünde von äusserster Schwere dar.
Gleichzeitig betonte er, die Kirche bleibe weiterhin zu Dialog und Verständigung bereit. Trotz aller Appelle hielten die Piusbrüder jedoch an ihrem Vorhaben fest, wie der «ORF» schreibt.
Generaloberer Davide Pagliarani rechtfertigte die Weihe in seiner Predigt mit deutlichen Worten. «Wir sind bereit, jeden Preis zu zahlen, um die Kirche zu retten», sagte er laut dem «ORF».
Neue Bischöfe und rechtliche Folgen für die Piusbrüder
Die vier neu geweihten Bischöfe sind Pascal Schreiber, Michael Goldade, Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier. Dies berichtet «katholisch.de» unter Berufung auf die Bruderschaft.
Exkommunizierte dürfen demnach keine Sakramente mehr spenden oder empfangen. Auch kirchliche Ämter, Aufgaben und Funktionen sind ihnen ab sofort untersagt.
Damit die Strafe volle Wirkung entfaltet, muss sie von der zuständigen kirchlichen Autorität förmlich festgestellt werden. Ein entsprechendes Dekret aus Rom gilt Fachleuten zufolge nur als Formsache.
Einschätzung aus der Schweiz
Der «SRF»-Religionsredaktor Norbert Bischofberger ordnete die Ereignisse für das Schweizer Radio ein. Die beteiligten Bischöfe seien gemäss Kirchenrecht als Beteiligte direkt exkommuniziert, erklärte er.

Eine Einigung mit Rom erscheint dem Experten zufolge derzeit kaum realistisch. Er rechnet damit, dass die Gemeinschaft künftig ausserhalb oder am Rand der katholischen Kirche fortbestehen wird.
Hintergrund des Konflikts sind mehrere Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils aus den Sechzigerjahren. Die Piusbrüder lehnen unter anderem die Religionsfreiheit sowie die ökumenische Öffnung der Kirche ab.












