Auf La Palma ist ein Ende des Vulkanausbruchs nicht in Sicht. Weitere 800 Menschen mussten evakuiert werden.
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Anwohner blicken von einem Hügel aus auf die Lava, die weiterhin aus einem ausgebrochenen Vulkan auf der Insel La Palma fliesst. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Ausbruch des Vulkans auf La Palma dauert immer noch an.
  • Insgesamt wurden bisher 7000 Menschen evakuiert.
  • Der Sachschaden beläuft sich momentan auf 400 Millionen Euro.

Seit mehr als drei Wochen sind die Bewohner von La Palma dem Vulkan in der Cumbre Vieja ohnmächtig ausgesetzt. Die bis zu 1200 Grad heisse Lava schob sich auch am Mittwoch Meter für Meter unaufhaltsam Richtung Atlantik. Dies, während die Insel immer wieder von leichten bis mittleren Erdbeben erschüttert wird.

Ein Ende des Ausbruchs ist laut Experten nicht in Sicht.

Weitere Evakuierungen

Das Fauchen des Vulkans wird immer wieder vom Donner explosionsartiger Entladungen übertönt. Ascheregen begleitet die Menschen auf Schritt und Tritt, zerrt an ihren Nerven. Aber sie geben nicht klein bei.

Rund 800 weitere Menschen, die am Vortag zur Evakuierung aufgerufen worden waren, konnten den Grossteil ihrer Habseligkeiten in Sicherheit bringen. Dies berichtet der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.

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Blick auf den Vulkan auf La Palma am 12. Oktober 2021. - keystone

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Bewohner in grosser Hast ihre Häuser ausräumten. Wichtige Papiere, Erinnerungsstücke, Möbel, Geschirr, Waschmaschinen, Fernseher, Fahrräder, Spielzeug, Kleidung, einfach alles von Wert wurde auf Lastwagen verladen. Einige schraubten sogar die Wasserhähne ab, berichtete die Zeitung «La Vanguardia». Die Menschen würden wie Diebe ihres eigenen Hausrats wirken, wenn sie wieder und wieder Schränke durchwühlten, schrieb «El País».

Zahl der Evakuierten steigt auf 7000

Das Wertvollste aber, die Häuser selbst, ihr Zuhause, mussten die Menschen zurücklassen. Durch offene Türen war ein Durcheinander von Einrichtungsgegenständen zu sehen, die in der Eile nicht mehr mitgenommen werden konnten. Danach blieb den Menschen nur noch, auf das Wunder zu hoffen, dass die Lava ihr Haus verschonen möge.

Mit den neuen Evakuierungen stieg die Zahl evakuierten Menschen auf 7000. Es ist der erste Ausbruch des Vulkans seit 50 Jahren.

Schäden in Höhe von 400 Millionen Euro

Seit dem 19. September wurden bereits 1458 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt und fast 660 Hektar unter Lava und Vulkanasche begraben. Darunter auch immer grössere Teile von Bananenplantagen, aus denen das Hauptexportgut der Insel kommt.

Die Inselregierung ging schon vor zwei Wochen von Schäden in Höhe von mindestens 400 Millionen Euro aus. Eine neuere Schätzung wurde noch nicht bekannt.

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Der Ausbruch hatte sich durch Tausende kleine Erdbeben angekündigt. Foto: Arturo Jimenez/dpa - dpa-infocom GmbH

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez wurde am Mittwochnachmittag zu seinem vierten Besuch seit dem Ausbruch des Vulkans erwartet. Er wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Zudem wolle er die Behörden und die Bewohner der Insel der Solidarität des ganzen Landes versichern. Dies berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Regierung.

Der Flughafen der Insel war nach Angaben des Betreibers Aena betriebsbereit, wurde aber nur von wenigen Fluggesellschaften wie Binter angeflogen. Der Flugverkehr zu den anderen grossen Touristeninseln der Kanaren – Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote – lief normal.

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