Nur kleiner Teil weltweiter Lebensräume ökologisch intakt

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    Grossbritannien,

    Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, wie hoch der Anteil ökologisch unberührter Landflächen mit inakter Tierwelt ist. Das Ergebnis ist ernüchternd.

    Luftblick auf den Wald im Amazonas nahe Sao Gabriel da Cachoeira. Foto: Diego Baravelli/dpa
    Luftblick auf den Wald im Amazonas nahe Sao Gabriel da Cachoeira. Foto: Diego Baravelli/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nur wenige Lebensräume auf der Welt sind nach Ansicht eines internationalen Wissenschaftlerteams in ihrer Artenvielfalt noch intakt.

    Der Anteil ökologisch unberührter Landflächen mit inakter Tierwelt liegt bei gerade mal 2,9 Prozent, berichten die Forscher im Fachjournal «Frontiers in Forests and Global Change».

    In diesen Gegenden stellten die Forscher nur einen geringen menschlichen Fussabdruck und keinen bekannten Artenverlust fest. Dazu zählten Teile des Kongobeckens, des Amazonas, der russischen Tundra oder einige Wüsten wie die Sahara.

    «Wir wissen, dass intakter Lebensraum zunehmend verloren geht», sagt Studienautor Andrew Plumptre laut Mitteilung des Fachmagazins. Dabei sei der Wert eines intakten Lebensraums sowohl für die biologische Vielfalt als auch für den Menschen nachgewiesen.

    Bislang werde der Anteil intakter Lebensräume häufig durch Methoden der Fernerkundung beurteilt, erläutert Plumptre auf dpa-Anfrage. Dabei seien Werte zwischen 20 und 40 Prozent ermittelt worden. Man wisse aber, dass auch in intakten Lebensräumen Arten beeinträchtigt würden. Die Forscher prüften deshalb, wo Arten komplett verschwunden sind oder ihre Populationen so stark dezimiert wurden, dass die Art ihre Rolle im Ökosystem nicht mehr ausfüllen kann.

    «Die Jagd auf grosse Säugetiere oder Vögel kann viele Arten aus solchen Lebensräumen entfernen», sagte Plumptre. Als Beispiel nennt er die Waldelefanten im Kongobecken, die aus grossen Teilen des Waldes mittlerweile verschwunden seien. Zudem können Krankheiten Arten in einigen Gebieten auslöschen, so geschehen etwa bei Gorillas im Kongo. Neu eingeführte Arten könnten schliesslich vorhandenen Arten ausrotten, zum Beispiel Katzen, die auf Inseln eingeführt werden. Obwohl in jedem dieser Fälle der Lebensraum auf einem Satellitenbild intakt erscheinen könne, fehlten häufig Tiere darin, die zuvor dort gelebt hatten.

    Den Forschern zufolge lasse sich der Anteil von Lebensräumen mit intakter Tierwelt auf etwa 20 Prozent erhöhen, wenn gezielt Arten in Gegenden wiedereingeführt würden, die vom Menschen noch weitgehend unberührt sind. Nach und nach könnten die Lebensräume dann auch ihre ökologische Funktionalität zurückerlangen.

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