Russell Brand bestreitet vor Gericht sämtliche Gewaltvorwürfe
Russell Brand bestreitet vor Gericht sämtliche Gewaltvorwürfe. Sechs Frauen beschuldigen den britischen Comedian sexueller Übergriffe.

Der britische Comedian Russell Brand hat am Mittwoch, 28. Oktober 2026, erstmals selbst vor Gericht ausgesagt. Im Londoner Southwark Crown Court wies der 51-Jährige sämtliche Vorwürfe sexueller Gewalt zurück.
Wie der «Tagesspiegel» berichtet, befragte ihn sein Verteidiger Ian Winter zu allen sieben Anklagepunkten. Auf die Frage, ob er eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff begangen habe, antwortete Brand jeweils mit Nein.
Besonders deutlich äusserte sich der frühere Entertainer zu möglichen Entlastungszeugen. Er habe keine einzige Person mit relevanten Informationen für eine Aussage zugunsten seiner Verteidigung gewinnen können.
Sechs Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen Russell Brand
Auch frühere Freunde und Kollegen seien offenbar nicht bereit, ihn vor Gericht zu unterstützen. Brand bezeichnete es als verheerend, mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert zu sein.
Insgesamt sechs Frauen werfen Russell Brand sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen vor. Die mutmasslichen Taten sollen sich zwischen 1999 und 2009 ereignet haben.
Laut dem «Stern» umfasst die Anklage drei Vergewaltigungsvorwürfe, drei sexuelle Übergriffe und einen versuchten sexuellen Übergriff. Ein ursprünglich als sexuelle Nötigung angeklagter Vorfall wurde durch Richter Bennathan auf den Versuch einer solchen Tat herabgestuft.
Drei Frauen erheben Vergewaltigungsvorwürfe gegen Russell Brand
Eine Frau beschuldigt Brand, sie 1999 nach einem Comedy-Auftritt in einem Hotelzimmer in Bournemouth vergewaltigt zu haben. Der Angeklagte bestätigte die damalige Begegnung, bestritt jedoch ausdrücklich den Vorwurf einer Vergewaltigung.
Ein weiterer Vorwurf betrifft eine Begegnung im Jahr 2004 in einer Bar im Londoner Stadtteil Soho. Eine Frau behauptet, Brand habe sie zunächst an der Brust berührt und anschliessend auf einer Toilette zum Oralsex gezwungen.
Brand bestätigte den gemeinsamen Toilettenbesuch, bestritt aber die geschilderten Übergriffe. Auch einen mutmasslichen Vorfall aus dem Jahr 2009 in seinem Haus in Hampstead wies er zurück.
Brand spricht über Einvernehmlichkeit
Eine Frau wirft ihm vor, sie dort nach einvernehmlichem Geschlechtsverkehr anal vergewaltigt zu haben. Brand bestritt dies und erklärte, sie habe ihn nicht zum Aufhören aufgefordert.
Während seiner Aussage äusserte sich der Comedian auch ausführlich zum Thema sexuelle Zustimmung. Einvernehmlichkeit sei für ihn in vielerlei Hinsicht wichtiger als der Geschlechtsverkehr selbst, erklärte er dem «NTV» zufolge.

Die Staatsanwaltschaft hatte den früheren Entertainer bereits während des Verfahrens deutlich kritisiert. Staatsanwältin Riel Karmy-Jones bezeichnete ihn laut dem «Tagesspiegel» als berechnend und manipulativ.
Staatsanwältin erhebt schwere Vorwürfe gegen Russell Brand
Sie warf Russell Brand vor, davon ausgegangen zu sein, dass andere Menschen seine Wünsche erfüllen müssten. Die betroffenen Frauen hatten zuvor vor Gericht ihre jeweiligen Schilderungen der mutmasslichen Übergriffe vorgetragen.
Auch Brands frühere Ehe mit US-Popstar Katy Perry kam während der Befragung zur Sprache. Er beschrieb die damalige Zeit als Phase aussergewöhnlich grosser Bekanntheit.
Der Strafprozess vor dem Southwark Crown Court wird fortgesetzt. Russell Brand bestreitet weiterhin sämtliche strafrechtlichen Anschuldigungen; eine gerichtliche Entscheidung über seine Schuld steht noch aus.
















