SVP-Salzmann: Das kommt jetzt auf Bundesrats-Kandidat Schnegg zu
Er hat selbst Erfahrung als Bundesrats-Kandidat: Der Berner SVP-Ständerat Werner Salzmann. Mit Pierre Alain Schnegg kandidiert nun erneut ein Berner SVPler.
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Das Wichtigste in Kürze
- 2022 war Ständerat Werner Salzmann (SVP/BE) selber Kandidat für den Bundesrat.
- Auf den Parteikollegen Pierre Alain Schnegg komme nun eine emotional stressige Zeit mit vielen Fragen zu.
- Salzmanns Tipp: Es ist, wie es ist – einfach offen und ehrlich kommunizieren.
Der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg hat gemäss Beobachtern gute Chancen, auf das SVP-Ticket für die Bundesratswahl zu kommen: Ein Romand als Nachfolger für den Waadtländer Guy Parmelin, dazu mit zehn Jahren Regierungserfahrung und Unternehmer-Hintergrund.
Doch gerade bei Bundesratswahlen gilt eben auch: Sicher ist gar nichts, Überraschungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Bis man nur schon auf dem Ticket ist, wird es eine Zitterpartie.
Grübeln in der Vergangenheit, Durchleuchten der Privatsphäre
Einer, der sich bestens in Schneggs Situation einfühlen kann, ist der Berner SVP-Ständerat Werner Salzmann. Vor vier Jahren kandidierte er ebenfalls für den Bundesrat, für die Nachfolge von Ueli Maurer.
Am 18. November 2022, nach einer spannenden Ausmarchung, schaffte es Salzmann nicht auf das offizielle Zweierticket. Am 20. November 2026 entscheidet die SVP-Fraktion, ob sie Pierre Alain Schnegg zur Wahl vorschlägt.

Im Moment sei natürlich das Interesse der Medien an Schnegg gross, sagt Salzmann im Gespräch mit dem BärnerBär. «Man grübelt in seiner Vergangenheit, seiner Tätigkeit: Hat er Fehler gemacht?» Auch sein Privatleben werde durchleuchtet.
Salzmann: «Es war sehr spannend!»
Parallel komme auf Schnegg nun die Vorbereitung auf die Anhörung der Findungskommission zu. Formalitäten wie Betreibungs- und Strafregisterauszug sowie einen Lebenslauf. «Und er muss sich natürlich präsentieren gehen und sich auf die Fragen vorbereiten.»
Das sei wegen der vielen Anfragen ein terminlicher Druck, aber auch ein emotionaler Stress: Man werde von einer Frage nach der anderen überrollt.

Denn eines sei klar: Es gebe immer etwas zu sagen zu einem Kandidaten, weiss Salzmann. Jemand hat hier etwas erfahren, jemand erzählt dort etwas, vielleicht stimmt es aber nicht und man werde damit konfrontiert. «Es ist eine interessante, aber auch eine anspruchsvolle Zeit für diese Leute.»
Ständerat Salzmann hat dies durchaus auch positiv erlebt: Er habe sich darauf gefreut und blicke mit Freude darauf zurück. «Es war sehr spannend, auch der Kontakt mit den verschiedenen Leuten. Interessant waren auch die Aussagen über einem selbst!»
Hauptsache, sich selber bleiben
Als angenehmer Nebeneffekt einer Bundesratskandidatur lernt man also auch sich selbst besser kennen. Doch auf die Fragen der Journalisten vorbereiten könne man sich kaum.
«Man ist so, wie man ist, die Vergangenheit ist so, wie sie ist, das Privatleben ist so, wie es ist. Das muss man entsprechend kommunizieren, offen und ehrlich, da gibt es nichts zu rütteln dran.»
Vorbereiten könne man sich aber auf die Anhörung der Findungskommission. «Dort hat man schon gewisse Möglichkeiten, sich gut zu präsentieren – und das habe ich auch getan.»
Eigener Einfluss bleibt gering
Doch bei aller Vorbereitung: Ob man es auf das Ticket schaffe, könne man selbst kaum steuern. «Denn am Schluss zählen viele, viele andere Fragen: Die Herkunft, die Verteilung Romandie-Deutschschweiz, die Fachkompetenz, je nachdem, welches Departement frei wird, und so weiter.»
Auch diese Situation kennt Salzmann nur zu gut. Nachdem 2022 auf dem SVP-Zweierticket Kandidat Albert Rösti gesetzt war, lag er gut im Rennen für den zweiten Platz.
Als nach vier Wahlgängen in der Fraktion endlich ein Entscheid vorlag, fehlte Salzmann eine einzige Stimme. Den Vorzug erhielt der Zürcher Hans-Ueli Vogt, der gegen Kronfavorit Rösti aber chancenlos blieb.

Fünf oder sechs der aktuell für die Nachfolge von Guy Parmelin kandidierenden wird es am 20. November gleich ergehen: Hoffnung bis am Schluss, doch dann heisst es alles oder nichts.
Das sei überhaupt kein Problem, findet Salzmann. «Wenn man zu einer Wahl antritt, gibt es zwei Möglichkeiten: Man wird gewählt oder wird nicht gewählt. Das hat jeder von uns schon erlebt in anderen Positionen.»
Ob bei einer Gemeindewahl, im Kantonsparlament, auf nationaler Ebene oder jetzt halt beim Ticket für die Bundesratswahl: «Leute, die in der Politik sind, müssen mit Niederlagen umgehen können.»












