Deutschland stoppt die Tabakreklamen

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    Gesundheitsexperten dringen darauf, Tabakreklame auch in Deutschland weitreichender zu unterbinden als bisher. Die grosse Koalition kommt dem Wunsch jetzt nach.

    Der Bundestag hat Werbung für das Rauchen weiter eingeschränkt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Der Bundestag hat Werbung für das Rauchen weiter eingeschränkt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland unterbindet die Werbung für Tabak.
    • Damit folgt die grosse Koalition einem Wunsch der Gesundheitsexperten.

    Gesundheitsexperten dringen seit langem darauf, Tabakreklame auch in Deutschland deutlich weitreichender zu unterbinden als bisher. Jetzt hat die grosse Koalition im zweiten Anlauf das Ziel erreicht.

    Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bundestag die Werbung für das Rauchen in Deutschland weiter eingeschränkt. Der Parlamentsbeschluss untersagt ab dem kommenden Jahr Kinowerbung fürs Rauchen, wenn der jeweilige Film für Unter-18-Jährige freigegeben ist.

    Keine Gratisproben mehr

    Auch das Verteilen von Gratis-Proben ist dann ausserhalb von Fachgeschäften nicht mehr erlaubt. Ab 2022 gilt ein Werbeverbot auf Aussenflächen wie Plakatwänden oder Haltestellen - wenn auch zunächst einmal nur für herkömmliche Tabakprodukte. Für Tabakerhitzer greift das Aussenwerbeverbot ab dem Jahr 2023, ein Jahr später ist dann auch die Aussenwerbung für E-Zigaretten verboten. Allerdings muss der Bundesrat noch zustimmen.

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    In der Koalition deutet sich nach langem Ringen eine gemeinsame Linie bei weiteren Werbebeschränkungen fürs Rauchen an. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa - dpa-infocom GmbH

    «Endlich sind wir beim Tabakwerbeverbot auf direktem Weg zum Ziel», sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), der dpa. Mediziner fordern seit langem zusätzliche Verbote, um vor allem junge Leute vor dem Einstieg ins Rauchen zu bewahren.

    Die Tabakindustrie kritisierte das Vorhaben jedoch und verwies auf das unterschiedliche Gesundheitsrisiko vonkonventionellen zu E-Zigaretten. Deshalb müsse auch in Zukunft «Aufklärung» über die neuen Produkte möglich sein. Damit sollen Raucher zum «Umstieg auf schadstoffärmere Produkte» bewegt werden. Dies sagte die Geschäftsführerin von Philip Morris, Claudia Oeking.

    Erster Versuch vor vier Jahren gescheitert

    Die stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion, Gitta Connemann (CDU), verteidigte das Werbeverbot. Sie versicherte gleichzeitig, entsprechende Massnahmen seien bei Alkohol und Süssigkeiten nicht geplant. Tabak sei «das einzige legale Produkt, das bei bestimmungsgemässen Konsum krank macht und tötet», erklärte Connemann. «Ein Glas Wein macht noch keinen Alkoholiker, ein Schokoriegel keine Fettleber.»

    christian schmidt
    Christian Schmidt (CSU) sieht die kommenden Werbeverbote als einen später Sieg an. - keystone

    Vor vier Jahre war ein erster Versuch zur Verabschiedung eines solchen Gesetzes gescheitert. Das Kabinett hatte 2016 zwar Plänen des damals zuständigen Ernährungsministers Christian Schmidt (CSU) zugestimmt. Im Bundestag wurden sie aber nie beschlossen.

    Ende des vergangenen Jahres gab die Unionsfraktion den Weg für einen zweiten Anlauf frei. Schmidt sagte der dpa: «Ich bin dankbar, dass nach längerer Verzögerung endlich der Gesetzentwurf zu einem weitgehenden Tabakwerbeverbot vor der Verabschiedung steht.» Er betrachte das auch als späten Sieg.

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