Mutter

Mutter (45) erhält Spendenleber – mit Krebs-Metastasen

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Schweden,

Einer Schwedin wurde eine Spenderleber eingesetzt, die von Metastasen befallen war. Nun muss sie sich einer Chemotherapie unterziehen.

Operation
Eine Schwedin, die an einer chronischen Erkrankung litt, erhielt eine neue Leber. - depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Schwedin, die an einer chronischen Erkrankung litt, erhielt eine neue Leber.
  • Das Spenderorgan aber war bereits von Metastasen befallen – das wusste das Spital nicht.
  • Bei drei bis sechs Organspenden werden versehentlich auch Krebszellen eingesetzt.

Zuerst die grosse Erleichterung, dann der grosse Schock: In Schweden erhielt eine Mutter eine Spenderleber, in der kurz später Krebs-Metastasen entdeckt wurden.

Die 45-jährige Rayen R. litt unter einer genetisch bedingten Erkrankung, bei der sich Leber und Nieren mit Zysten füllten. Sie litt unter starken Schmerzen und extremer Erschöpfung. «Das hier ist kein Leben mehr», habe sie sich gesagt, erzählte sie der Zeitung «Dagens Nyheter».

Dann wurde endlich eine passende Spenderleber gefunden. Ihre veränderte Leber mit rund sechs Kilo anstatt der üblichen 1,5 Kilo wurde entfernt, das andere Organ eingesetzt. Nach der langen Leidenszeit ging es für Rayen endlich wieder aufwärts – doch nicht für lange.

Nach kurzer Zeit kehrte die starke Erschöpfung zurück, zudem trat Blut im Urin auf. Ärzte gingen anfänglich davon aus, dass nun auch die Nieren von der Erkrankung stark betroffen seien.

«Ich war am Boden zerstört»

Doch eine Untersuchung der implantierten Leber zeigte etwas anderes: Auf der Abbildung war ein Schatten zu sehen. Eine Gewebeprobe bestätigte den Verdacht: Es waren Metastasen von Brustkrebs.

Da Rayen selbst nicht an Brustkrebs litt, war klar: Die Krebszellen wurden zusammen mit der Spenderleber eingesetzt. Die Patientin sagte: «Ich war am Boden zerstört, es war einfach zu viel.»

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Für die 45-Jährige geht die Leidenszeit damit weiter: Sie muss nun erneut auf eine Spenderleber warten. Zudem muss sie sich einer Chemotherapie unterziehen.

«Ich mache mir Sorgen, dass ich mich davon nicht mehr erhole», sagt sie, gibt sich aber auch positiv: «Ich hoffe, dass alles wieder gut wird, dass ich wieder reisen und spontan sein kann.»

Übertragung von Metastasen bei Organspende äusserst selten

Rayen ist ein sehr seltener Fall: Laut Studien werden bei drei bis sechs von 10’000 Organspenden auch Krebszellen mitübertragen. Der medizinische Leiter des Spitals erklärte, dass die Metastasen möglicherweise zu klein gewesen seien, um entdeckt zu werden.

Laut einem Patientenverband hatte die Spenderin Brustimplantate. Es sei möglich, dass das dazu beigetragen habe, dass der Brustkrebs nicht erkannt worden sei.

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Kommentare

User #2316 (nicht angemeldet)

Weniger saufen dann hält auch die Leber länger.

User #8522 (nicht angemeldet)

Hätte nicht gedacht, dass Swiss Transplant so etwas nach Schweden weitergibt. In was für einer Welt leben wir?

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