600 Fr. für Portugal: Europa-Flüge immer teurer
Der Nahost-Konflikt treibt die Flugpreise auch in Europa deutlich in die Höhe. Nau.ch wollte wissen, ob Reisende deshalb umplanen – oder trotzdem buchen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich auf Flugreisen aus.
- Statt nach Dubai oder Abu Dhabi fliegen viele Menschen vermehrt in westeuropäische Länder.
- Die Preise sind deshalb stark angestiegen.
Dubai, Doha oder Abu Dhabi: Lange galten sie als sicheres Ferienziel für Sonne und Luxus. Doch seit dem Krieg im Nahen Osten überlegen es sich viele zweimal, ob sie tatsächlich in die Region fliegen.
Auch bei Destinationen, die über Drehkreuze im Nahen Osten angeflogen werden, ist die Nervosität spürbar. Stattdessen rücken Ziele näher an der Heimat in den Fokus.
Ausgerechnet jetzt, wo Fliegen innerhalb Europas spürbar teurer geworden ist, erleben Spanien, Portugal oder Italien einen regelrechten Boom.
«Europa ist sehr, sehr teuer geworden»
Das spürt auch Marcia (27), die Nau.ch-Reporter Nico Leuthold auf der Strasse antrifft. Sie plant ihre nächsten Ferien und stösst dabei schnell an finanzielle Grenzen.
«Europaweit sind die Flüge mittlerweile sehr teuer», sagt sie. «Ich habe für Spanien und Portugal geschaut. Da kommt man schnell auf 600 Franken.»
Woran das genau liegt, kann sie nicht genau sagen. Klar ist für sie aber: «Europa ist sehr, sehr teuer geworden.»
Nachfrage treibt Preise nach oben
Beim Schweizer Reise-Verband bestätigt man diese Entwicklung auf Anfrage von Nau.ch – zumindest teilweise. Die Preise hängen stark von der jeweiligen Nachfrage ab.

«Durch die aktuelle Situation im Nahen Osten beobachten wir derzeit eine verstärkte Nachfrage. Insbesondere nach Zielen in Westeuropa», schreibt der Verband. Gerade bei beliebten Reisedaten könne das die Preise deutlich nach oben treiben.
Gleichzeitig spiele auch der Zeitpunkt eine Rolle: Wer früh bucht oder flexibel reist, finde «durchaus auch noch günstigere Flugpreise».
600 Franken sind an der oberen Grenze
Preise wie jene, von denen Marcia spricht, seien zwar nicht die Regel – aber offenbar auch keine Seltenheit.
«Preise von rund 600 Franken für eine Strecke nach Portugal liegen im oberen Bereich.» Diese würden vor allem stark nachgefragte Reisedaten betreffen. Heisst: Wer genau dann fliegen will, wenn alle anderen unterwegs sind, muss tiefer ins Portemonnaie greifen.
Neben der Nachfrage spielen auch die gestiegenen Kerosinpreise eine Rolle – ein zentraler Kostenfaktor für Airlines.
Trotz höheren Preisen wird gereist
Dass Fliegen teurer wird, hält viele aber nicht vom Reisen ab. «Die meisten Reisenden bleiben trotz steigender Flugpreise weiterhin reisefreudig», erklärt der Verband. Statt ganz zu verzichten, werde eher an anderer Stelle gespart oder gezielter gebucht.
Frühbucher-Angebote oder Pauschalreisen könnten helfen, die Kosten im Rahmen zu halten. Monique (71) bestätigt diese Entwicklung, als Nau.ch sie antrifft.

Für sie ist die Sache ohnehin klar: «Die erhöhten Preise wirken sich nicht auf meine Ferienplanung aus. Ich überlege mir sehr genau, wie ich in die Ferien gehe.»
Und weiter: «Die Reisen, die ich jetzt mache, werde ich auch in Zukunft machen. Unabhängig davon, ob es etwas teurer wird, es wird ja alles teurer.» Das sei «part of the game».













