Mehrere DJs unter Druck wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt
Mehrere DJs der Hard-Techno-Szene stehen wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt europaweit unter Druck. Erste Festivals sagten schon Auftritte kurzzeitig ab.

Mehrere DJs der Hard-Techno-Szene stehen wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt massiv unter Druck in mehreren europäischen Ländern. Wie die «NL Times» berichtet, sagten erste Festivals bereits geplante Auftritte kurzfristig ab aufgrund der kursierenden Anschuldigungen.
Betroffen sind laut der «NL Times» unter anderem Shlømo, Basswell, Fantasm, CARV und Odymel aus der internationalen Szene. Ein anonymer Instagram-Account veröffentlichte Chatverläufe und Aussagen aus dem Umfeld der Szene, die schwere Vorwürfe untermauern sollen.
Dabei ist von unerwünschtem intimem Kontakt und gezieltem Ausnutzen von Machtverhältnissen die Rede gegenüber jungen Fans. Konkrete Anklagen oder Gerichtsverfahren sind bisher jedoch nicht öffentlich bestätigt worden, wie das Portal betont.
Branche reagiert nervös
Mehrere niederländische Veranstalter strichen laut der «NL Times» die Namen der DJs aus ihren Line-ups. Man wolle sichere Räume garantieren, solange die Vorwürfe nicht abschliessend geklärt seien, teilten Organisatoren mit.
Auch die Bookingagentur Steer Management setzte Kooperationen mit mehreren betroffenen Künstlern vorläufig aus, wie berichtet wird. Die Diskussion über Macht und Verantwortung in der Clubkultur flammt damit erneut auf in sozialen Netzwerken.
Im Fall des Schweizer DJs Odymel läuft in Belgien eine strafrechtliche Untersuchung wegen mutmasslicher Übergriffe. Wie «swissinfo.ch» unter Berufung auf EFE meldet, verweist der DJ auf eine diagnostizierte Sexsomnie als mögliche Erklärung.
Odymels Set abgesagt
Der Brüsseler Veranstalter Hangar sagte ein geplantes Set Odymels kurzfristig ab, wie das «GrenzEcho» berichtet. Bereits gekaufte Tickets würden vollständig rückerstattet, hiess es weiter vom Unternehmen gegenüber dem Blatt.
Die Techno-Szene diskutiert seither intensiv über strukturelle Probleme und den Umgang mit Vorwürfen gegen bekannte DJs.

Branchenbeobachter verweisen laut der «NL Times» auf die Bedeutung klarer Verhaltensregeln und transparenter Verfahren für alle Beteiligten.
















