Managerin zu Generation Z: Wir können uns die nicht mehr leisten!

    Shannon Hughes
    Shannon Hughes

    Deutschland,

    Sie ist ihr zu teuer: Eine deutsche Rechtsanwältin und Managerin rechnet mit der Arbeitsmoral der Generation Z ab.

    Generation Z Arbeit
    Fiese Klischees: Die Generation Z wird bei der Arbeit als faul, verwöhnt und fordernd bezeichnet. - Pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Managerin Susanne Nickel kritisiert die Arbeitsmoral der Generation Z.
    • Im aktuellen Wirtschaftsklima könnte man sich die Haltungen der Jungen nicht mehr leisten.

    Schon wieder wird übel gegen die Generation Z geschossen: Die deutsche Managerin Susanne Nickel schreibt über ihren Frust mit den Jungen. Die Expertin für Arbeit und Wandel ist überzeugt davon, dass die Arbeitsmoral der Generation Z unzureichend ist.

    So kritisiert sie bei «Focus» die «schrulligen Eigenarten» der Generation Z, die ihre Anforderungen an den Arbeitsmarkt beeinflussen würden.

    Nickel ärgert sich über die fehlende Anteilnahme an der Wirtschaftslage: «Viele Vertreter der Generation Z verhalten sich so, als ginge sie die ganze Misere im Land nicht wirklich etwas an. Als entstünde Wirtschaftswachstum von allein.»

    Ist der aktuelle Fachkräftemangel ein Generationenkonflikt?

    Firmen sollen sich in einer «Zwickmühle» befinden, so die Managerin. Sie würden sich andauernd über die Jungen aufregen, müssten sie aber dennoch gewinnen. Dazu komme, dass der Fachkräftemangel steige und damit die Unternehmen «händeringend» nach Personal suchen würden.

    Susanne Nickel, Generation Z
    Susanne Nickel übt Kritik an der Generation Z. - instagram/@susanne_nickel

    Für die Generation Z sei der Klimawandel das Wichtigste. Darum würden sie von Unternehmen einen Beitrag zu einer besseren Welt erwarten. Das würde sich auch in ihren Forderungen zeigen, schreibt die Ökonomin.

    «Viertagewoche? Na klar! Sabbatical? Gerne! Homeoffice? Selbstverständlich! Nachhaltiges Produzieren? Logisch! Klimaschutz? Ganz unser Ding!»

    Ehrlich seien diese schon, meint Nickel. Aber um den Klimaschutz und sozialen Frieden zu ermöglichen, wären Milliarden nötig. «Nur fehlt viel zu vielen banales ökonomisches Wissen, um den Zusammenhang zu erkennen.»

    Homeoffice, weil der Laptop zu schwer ist

    Ein CEO soll Nickel von einer Mitarbeiterin erzählt haben, «die ganz viel Homeoffice wünschte. Weil ihr das Tragen des Laptops zu schwer war.» In einem Workshop soll ein Teilnehmer zu Nickel gesagt haben, er lehne Leistungsorientierung ab. Statt Leistung und Karrierestreben seien laut Nickel «Freizeit, Freiheit und Flexibilität» die Werte der Generation Z.

    Für Nickel sind diese Anekdoten nicht Einzelerscheinungen, sondern zeugen von einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Es sei zu viel Sicherheit und zu wenig Risikobereitschaft da: «Die Neigung junger Menschen, Unternehmen zu gründen oder in ihrer Firma Führungskraft zu werden, ist minimal.»

    Die Verantwortung sieht Susanne Nickel in der Politik und dem behüteten familiären Umfeld, in dem viele der Gen Z aufwachsen. Das Ergebnis davon sei «Arroganz, Selbstüberschätzung und Überempfindlichkeit bei geringster Kritik».

    Ein bisschen Verständnis für die Generation Z

    Die Generation Z soll durch die Fehler ihrer Eltern beeinflusst worden sein. Diese hätten für ihre Arbeit die Gesundheit aufs Spiel gesetzt und an den Folgen gelitten. Den Versuch, «nicht in diese Falle zu tapsen», verstehe sie sehr wohl.

    Hier sei also berechtigte Kritik angesichts der hohen Depressions- und Burn-out-Zahlen. «Die Generation Z zwingt uns, die Arbeitswelt neu zu denken. Das ist gut so – die älteren Generationen sind nicht fehlerlos.» Gemeinsam sollen konstruktive Lösungen gefunden werden, meint die Managerin.

    Susanne Nickel bezeichnet den Generationen-Konflikt in ihrer Kolumne als «Herzenssache». Spannend: Sie hat auch ein Buch dazu geschrieben.

    Kommentare

    Weiterlesen

    «Letzte Generation»
    24 Interaktionen
    Europawahl
    Beziehung
    75 Interaktionen
    Laut Studie
    13. AHV-Rente Generationenkonflikt Generationengraben
    4'327 Interaktionen
    Nach Ja
    Kärcher
    18 Interaktionen
    40 Leute im Einsatz

    MEHR IN NEWS

    studien
    7 Interaktionen
    Krebspatienten leiden
    Macklemore
    9 Interaktionen
    Los Angeles
    4 Interaktionen
    New York/Khartum

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Smarte Futterautomaten
    13 Interaktionen
    Spionage-Napf?
    Isabel Schnabel
    Frankfurt/Main
    Beni Durrer
    445 Interaktionen
    Auswanderer
    Eric Philippi
    3 Interaktionen
    Nach Trennung