Malaria-Todesfälle: So wappnen sich Airlines gegen Mücken

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Deutschland,

    Mücken als blinde Passagiere: Wie schützen sich Schweizer Airlines und Flughäfen vor gefährlichen Krankheitsüberträgern nach den Todesfällen in Frankfurt?

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    Auch am Flughafen Zürich gelten Schutzmassnahmen gegen Malaria. - pexels / keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sechs Mitarbeitende des Flughafens Frankfurt infizierten sich mit Malaria – zwei starben an den Folgen.
    • Es wird vermutet, dass eine mitgereiste Mücke die Erreger nach Deutschland einschleppte.
    • Auch der Flughafen Zürich und die Fluggesellschaft Edelweiss setzen konsequente Schutzmassnahmen um.

    Malaria in Frankfurt?

    Klingt unglaublich – wurde am Flughafen aber zur tödlichen Realität. Zwei Mitarbeiter starben, inzwischen sind sechs Erkrankungen bekannt.

    Experten halten es für möglich, dass eine infizierte Mücke als blinder Passagier aus einem Malaria-Risikogebiet nach Frankfurt gelangte. Dort könnte sie einen Mitarbeiter gestochen und die Krankheit übertragen haben.

    Die betroffenen Flughafen-Mitarbeiter arbeiteten unter anderem in der Gepäckabfertigung.

    Auch der Flughafen Zürich verfolgt die Fälle aufmerksam. «Wir sind in engem Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG)», erklärt Mediensprecherin Jasmin Bodmer gegenüber Nau.ch. Auch die Bundesämter für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie Landwirtschaft (BLW) seien involviert.

    Zudem gebe es regelmässige Lagebeurteilungen mit dem Chefgrenzarzt, dem Kantonsarzt und dem BAG.

    Für ungeklärte Fiebererkrankungen von Mitarbeitenden existiert am Flughafen Zürich ein definierter Meldeprozess: «Bei Verdachtsfällen erfolgen die üblichen medizinischen und infektiologischen Abklärungen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden», so Bodmer.

    Zürich setzt auf Insektizide

    Eine zentrale Schutzmassnahme beginnt bereits im Flugzeug: «Als zentrale Massnahme werden Flugzeuge aus bestimmten Risikogebieten gemäss internationalen Vorgaben mit Insektiziden behandelt.» Damit sollen eingeschleppte Mücken noch an Bord unschädlich gemacht werden – bevor sie am Zielort zur Gefahr werden.

    Bislang offenbar mit Erfolg: In den vergangenen Jahren habe es am Flughafen Zürich keine Funde oder Vorfälle mit eingeschleppten Mücken gegeben, erklärt die Mediensprecherin.

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    Die Anopheles-Mücke kann bei einem Stich Malaria-Erreger auf Menschen übertragen. - pexels

    Für die Fracht-Mitarbeitenden in Zürich bestehe aktuell keine Gefahr. Die Situation werde aber laufend beobachtet. Falls nötig, könnten Notfallpläne und Prozesse angepasst werden.

    Auch Edelweiss beobachtet die Lage

    Die Schweizer Ferienfluggesellschaft Edelweiss Air verfolgt die Malaria-Fälle in Frankfurt ebenfalls aufmerksam. Die Airline fliegt mehrere Malaria-Risikogebiete an, darunter Tansania und Namibia.

    «Unsere bestehenden Abläufe orientieren sich an den geltenden internationalen und nationalen Gesundheitsvorschriften», erklärt Mediensprecher Andreas Meier auf Anfrage.

    Die Desinsektion von Flugzeugen erfolge gemäss den internationalen Gesundheitsvorschriften sowie den jeweiligen Vorgaben der nationalen Behörden: «Edelweiss setzt diese Vorgaben seit Aufnahme der jeweiligen Destinationen konsequent um.»

    Neue behördliche Vorgaben für den Flugbetrieb gebe es derzeit nicht, so Meier: «Sollten die zuständigen Behörden aufgrund neuer Erkenntnisse zusätzliche Vorgaben oder Empfehlungen erlassen, werden wir diese prüfen und entsprechend umsetzen.»

    Malaria am Flughafen? Äusserst selten

    Malaria ist unbehandelt eine lebensbedrohliche Krankheit. Mögliche Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. In schweren Fällen kann es auch zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Atembeschwerden kommen.

    Hast du Angst, dass du dir auf einer Flugreise eine Krankheit wie Malaria einfangen könntest?

    Übertragen wird Malaria durch Anopheles-Stechmücken, die zuvor die Erreger – sogenannte Plasmodien – aufgenommen haben. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

    In der Schweiz und Deutschland betrifft Malaria fast ausschliesslich Reisende, die sich in einem Malaria-Gebiet infiziert haben. In der Schweiz wurden im vergangenen Jahr 281 Fälle gemeldet.

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    Kommentare

    User #9047 (nicht angemeldet)

    Sie sollten sich besser gegen andere Parasiten wappnen.

    User #2915 (nicht angemeldet)

    Nunja, bei meiner ersten Reise, war nicht die letzte, nach Australien, vor genau 30 Jahren, wurde die ganze Kabine und alle Insassen, noch vor der Landung besprüht, mit was auch immer, ebenso der Gepäckraum. Nun, ich weiss ja nicht was, wo oder wie, aber Australien ist damit eine sehr, seeehr lange Zeit ganz gut gefahren! Nix eingeschleppt, nix dem Zufall überlassen. Wär wohl mal ein Gedanken wert, für Flüge aus Risikogebieten!

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