Caroline Wahl schickt ihre neue Heldin ins Engadin
Caroline Wahl schickt Samara in ihrem neuen Roman «1999 Meter über dem Meer» auf eine rasante Reise zwischen Bali, Berlin und St. Moritz.

Caroline Wahl schickt ihre Hauptfigur Samara in «1999 Meter über dem Meer» auf eine rastlose Reise. Diese führt von Bali über Berlin bis nach St. Moritz, wie das «SRF» berichtet.
Dort sucht Samara nach einem Ausweg aus Einsamkeit und einer bedrückenden inneren Verfassung. Mit ihrer Leica-Kamera und erfundenen Geschichten versucht sie, sich selbst neu zu erfinden.
Der Roman erscheint als Wahls viertes Buch innerhalb von vier Jahren. Das «SRF» verweist zugleich auf die grossen Erfolge ihrer bisherigen Bücher und die entsprechend hohen Erwartungen.
Von Bali in die Schweizer Berge
Zu Beginn erlebt Samara einen missglückten Aufenthalt auf Bali zwischen Start-up-Gründern und Selbstsuchenden. Danach arbeitet sie in Berlin bei einer Event-Agentur und betreut Influencer.
Auch dort begegnet sie einer Welt voller zeitgenössischer Schlagworte und digitaler Selbstinszenierung. Microdosing, Lebenscoaches und Influencer gehören zu den Milieubeobachtungen, mit denen Wahl arbeitet.
Samara will dieser Umgebung entkommen und fährt mit einem alten Mercedes Richtung Süden. Das Auto, das ihr Vater geschenkt hat, wird dabei zu einem wichtigen Begleiter ihrer Reise, schreibt das «SRF».
Luxus und spontane Lügen
In St. Moritz entdeckt Samara eine Gesellschaft aus Wohlstand, Reisen und gesellschaftlicher Inszenierung. Die «Frankfurter Rundschau» beschreibt sie dort als Zufallshochstaplerin, die sich zunehmend neue Rollen aneignet.
Bereits in Berlin gibt sie sich bei einem Buch-Event als Musikproduzentin aus. Eine spontan erfundene Geschichte reicht aus, damit ihre Umgebung die Angaben zunächst akzeptiert.
Auch Produkte und Markennamen prägen den Roman auffällig stark. Das «SRF» hebt besonders Samaras wiederkehrende Vorliebe für Müllermilch hervor und stellt einen möglichen Bezug zur Popliteratur der 1990er-Jahre her.
Caroline Wahl als Popstar
Die «RP Online» bezeichnet Caroline Wahl als eine der wenigen Popstars der deutschsprachigen Literatur. Ihre Romane lebten demnach stark vom Sound der Sprache, von Wiederholungen und eingängigen Motiven.
Dazu zieht die «RP Online» einen Vergleich mit Taylor Swift und beschreibt Wahls Veröffentlichungen als unterschiedliche Phasen einer literarischen Karriere. Der neue Roman markiere demnach eine weitere solche Phase, diesmal rund um Müllermilch.

Deutlich kritischer beurteilt das «SRF» die literarische Ausarbeitung des neuen Romans. Die vielen Einfälle seien zwar vorhanden, doch Samaras angedeutete psychische Belastung werde laut der Kritik kaum vertieft.










