Der französische Präsident Emmanuel Macron hat zum Auftakt einer erneuten Hilfskonferenz für den Libanon umfangreiche Unterstützung für die Bevölkerung in Aussicht gestellt.
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Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit 100 Millionen Euro wolle Frankreich das Bildungs- und Gesundheitssystem sowie den Ernährungs- und Agrarbereich fördern, sagte Macron am Mittwoch zum Start der Videokonferenz, zu der Frankreich ein Jahr nach der verheerenden Explosion am Beiruter Hafen eingeladen hatte.

Daran sollten auch der deutsche Aussenminister Heiko Maas und US-Präsident Joe Biden teilnehmen.

Der libanesischen Politik warf Macron Versagen auf allen Ebenen vor. Reformversprechen und Verpflichtungen seien nicht eingehalten worden und statt des Gemeinwohls verfolgten die Politiker Privatinteressen. Die Krise des Landes habe sich weiter verschlimmert. «Es wird keinen Blankoscheck für das politische System geben», warnte Macron.

Hilfsgelder sollten direkt der Bevölkerung zu Gute kommen und ihr Einsatz überprüft werden. Die internationale Gemeinschaft stelle sich auf die Seite der Bevölkerung. Aber: «Der Libanon verdient etwas besseres, als von internationaler Hilfe zu leben.» Mit Blick auf die Aufarbeitung der Explosion forderte Macron von der libanesischen Politik Transparenz und Aufrichtigkeit.

Bei der Explosion waren am 4. August 2020 mehr als 190 Menschen getötet und rund 6000 verletzt worden. Grosse Teile des Hafens und der umliegenden Wohngebiete wurden zerstört. Nach der Katastrophe trat die Regierung des Landes zurück. Sie ist seitdem nur geschäftsführend im Amt. Der Libanon leidet zudem unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise und es fehlt Geld für den Wiederaufbau.

Macron will mit den internationalen Partnern Unterstützung für die Bevölkerung des krisengeplagten Landes bereitstellen. Man gehe davon aus, dass etwa 300 Millionen Euro gebraucht werden, hiess es aus Élyséekreisen.

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