Lufthansa: Erneuter Milliarden-Verlust für den Konzern
Die Lufthansa zeigte sich im ersten Quartal stabiler als zu Beginn der Corona-Pandemie. Trotzdem wurde ein Verlust in Milliardenhöhe verbucht.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Lufthansa fliegt aufgrund der Pandemie noch immer Verluste im Milliardenhöhe ein.
- Im ersten Quartal 2021 machten sie einen Gesamtverlust von 1,05 Milliarden.
- Nun fallen weitere 10'000 Stellen weg.
Die Lufthansa fliegt weiterhin Milliardenverluste ein. Doch dem Konzern gelingt es, neue Einnahmen zu generieren und sein Geld beisammen zuhalten. 10.000 Stellen sollen aber entfallen.
Lufthansa bleibt in der Verlustzone
Der staatlich gestützte Lufthansa-Konzern bleibt wegen der Corona-Krise tief in der Verlustzone. Das Unternehmen machte im ersten Quartal bei einem um 60 Prozent reduzierten Umsatz einen Verlust von 1,05 Milliarden Euro.

Der MDax-Konzern zeigte sich damit 2021 aber deutlich stabiler als zu Beginn der Corona-Krise im ersten Quartal des Vorjahres. Das letzte Quartal hatte man mit einem doppelt so hohen Verlust von 2,12 Milliarden Euro abgeschlossen.
Lufthansa Cargo wieder in der Gewinnzone
Neben Kosteneinsparungen flog die Frachtsparte Lufthansa Cargo mit einem operativen Rekordgewinn von 314 Millionen Euro wieder in der Gewinnzone. Bei den Kosteneinsparungen handelte es sich etwa um Stellenabbau, Kurzarbeit und stillgelegte Jets. Die Lufthansa Technik konnte von einem erstarkten Wartungsgeschäft in den USA und Asien profitieren. Sie lieferte einen operativen Gewinn von 16 Millionen Euro ab.

Trotz eines bereits grossen Personalabbaus will die Lufthansa in Deutschland weiter rund 10.000 Vollzeitstellen streichen oder im vergleichbaren Masse Personalkosten einsparen. Erreichen will das der Konzern über freiwillige Abgänge oder Teilzeitlösungen, wie Finanzvorstand Remco Steenbergen sagte.

Er verwies auf laufende Verhandlungen mit den Gewerkschaften für die Piloten und das Bodenpersonal zu Neuregelungen ab 2022. Er sagte aber auch: «Wir bereiten uns auf Entlassungen vor.» Dieses Mittel könne Anfang des kommenden Jahres eingesetzt werden.
Zuversicht für die Zukunft
Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet zwar weiterhin eine stark ansteigende Nachfrage ab dem Sommer. «Die Ankündigung der EU-Kommission, geimpften Fluggästen aus den USA die Einreise nach Europa wieder zu ermöglichen, bestätigen unsere Zuversicht.» Dies erklärte er laut einer Mitteilung.

Der Konzern kippte aber seine Prognose, dass er im Gesamtjahr bis zu 50 Prozent seiner Jahreskapazität von 2019 fliegen könne. Nun werden bei einer starken Konzentration auf touristische Ziele noch etwa 40 Prozent erwartet, wie es hiess. Im ersten Quartal hatten Lufthansa und die übrigen Konzernmarken nur 21 Prozent ihres 2019er-Angebots geflogen. Mit 3 Millionen Fluggästen haben sie nur ein Zehntel der damaligen Passagierzahl erreicht.
Lufthansa hat Geldabfluss wieder besser im Griff
Das Unternehmen hat aber im Verlauf der Krise den Geldabfluss im laufenden Geschäft besser in den Griff bekommen. Er lag im Startquartal 2021 bei 235 Millionen Euro monatlich und damit unter der Prognose von 300 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal soll der Wert des «Cash-Burn» auf 200 Millionen Euro im Monat sinken. Laut Mitteilung wurde der operative Aufwand im Jahresvergleich um 51 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro gesenkt. Nahezu jede fünfte Stelle wurde gestrichen, sodass die Zahl der Beschäftigten in der Jahresfrist um 19 Prozent auf 111.262 sank.
9 Milliarden Euro an Staatshilfe
Die flüssigen Mittel zum Quartalsende betrugen 10,6 Milliarden Euro im Vergleich zu 11,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2020. Der Konzern hat von Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz im vergangenen Jahr 9 Milliarden Euro Staatshilfe erhalten. Davon seien 5,4 Milliarden Euro noch nicht genutzt worden.
Ein darin enthaltener Kredit der KfW-Bank in Höhe von einer Milliarde Euro wurde bereits zurückgezahlt. Auf der anderen Seite hat Lufthansa aber auch neue Schulden aufgenommen.

Auf der Hauptversammlung am 4. Mai will sich der Vorstand mit einem Vorratsbeschluss einen Rahmen von 5,5 Milliarden Euro für neues Eigenkapital genehmigen lassen. Dies, um bei Bedarf die teuren Staatsbeteiligungen ablösen zu können.