Londons Bürgermeister Sadiq Khan kann den erneuten Lockdown in der britischen Hauptstadt nachvollziehen. Dennoch kritisiert er die kurzfristige Ankündigung.
Sadiq Khan
Sadiq Khan, der Bürgermeister von London. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Sadiq Khan, Londons Bürgermeister, hat Verständnis für den erneuten Lockdown.
  • Dennoch kritisiert er die Ankündigung «auf den letzten Drücker» scharf.
  • Es sei ein herber Schlag für Familien und Unternehmen, erklärt er.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat Verständnis für den neuen coronabedingten Shutdown der britischen Hauptstadt gezeigt. Die kurzfristige Anordnung hat er aber scharf kritisiert.

«Es ist das Hin und Her, das zu so viel Angst, Verzweiflung, Traurigkeit und Enttäuschung führt.» Dies sagte Khan am Sonntag der BBC. «Wenn wir unsere Meinung immer wieder ändern, macht es das wirklich schwer, die Menschen zu bitten, uns zuzuhören.»

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Mit dem Lockdown soll eine neue Variante des Coronavirus gebremst werden. - Keystone

Die Ankündigung «auf den letzten Drücker» sei ein schwerer Schlag für Familien und Unternehmen, sagte Khan. Die Massnahmen seien allerdings korrekt, «sie folgen dem Rat von Wissenschaft und Medizin».

Die Menschen dürfen ihre Wohnungen nur aus triftigen Gründen verlassen. So etwa für Lebensmitteleinkäufe oder für Arztbesuche und den Weg zur Arbeit und zurück. Reisen ausserhalb dieser sogenannten Corona-Zone 4 sind nicht erlaubt.

Massnahmen wegen neuer Variante des Coronavirus

Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte und Einrichtungen müssen schliessen. Die Regierung hatte die Massnahmen am Samstagnachmittag angeordnet. Grund ist, dass eine neue Variante des Coronavirus sich rasch in Südostengland ausweitet. Diese ist deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form.

Nach Bekanntgabe der schärferen Massnahmen machten sich zahlreiche Menschen spontan auf, um die Gegend zu verlassen. Auf Fotos und Videos waren volle Bahnhöfe zu sehen. Was man gestern gesehen habe, sei eine direkte Folge der chaotischen Art und Weise der Ankündigungen, so Khan.

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In London und anderen Gegenden in Südostengland gilt seit der Nacht zum Sonntag wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren. - dpa

Er habe Verständnis, dass Menschen in letzter Sekunde, bevor die Reiseverbote greifen, zu ihren Familien reisen wollen. «Aber es ist falsch», sagte Khan.

Und mit Blick auf Corona-Impfmittel ergänzte er: «Wie werden Sie sich fühlen, wenn Sie das Virus an ältere Verwandte, geliebte Menschen weitergeben, deren Leben wegen des Vakzins lang und fruchtbar sein könnte, der sich aber dadurch mit dem Virus infiziert und - Gott bewahre - stirbt?»

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