Lebensgefahr! Entgasen von Timmy ist wie das Entschärfen einer Bombe

    Luna Gerber
    Luna Gerber

    Dänemark,

    Für den toten Wal «Timmy» geht es bald zur Sache – die Obduktion steht bevor. Diese birgt Gefahren: «Kiloschwere Fleischbrocken» könnten durch die Luft fliegen.

    wal
    Die Obduktion des toten Buckelwal «Timmy» steht in den Startlöchern. Doch der Kadaver gleicht einer tickenden Gasbombe. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Buckelwal «Timmy» treibt seit zwei Wochen vor Anholt im Meer, nun folgt die Obduktion.
    • Forscher prüfen Mageninhalt, Organe und mögliche Todesursache des toten Tieres.
    • Doch Obacht vor den Gasen im Wal – diese könnten eine Explosion verursachen.

    Vor der dänischen Insel Anholt treibt seit knapp zwei Wochen der Kadaver des Buckelwals «Timmy».

    Nun soll eine Obduktion Aufschluss über die Todesursache geben. Doch die ist nichts für schwache Nerven – Ein dänischer Experte warnt vor lauernden Gefahren.

    Wal Timmy
    Seit rund zwei Wochen liegt der tote Wal Timmy vor der dänischen Insel Anholt im Kattegat. (Archivbild) - keystone

    Peter Teglberg Madsen ist Biologe und forscht seit 25 Jahren zu Buckelwalen. Er gehört zu den bekanntesten Walforschern Dänemarks.

    Dem «Spiegel» erklärte er, was ihn und sein Team bei der bevorstehenden Untersuchung erwartet.

    «Dabei fliegen kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft»

    Ein besonderes Risiko geht vom Inneren des Kadavers aus. Durch die Verwesung entstehen im Körper des Wals grosse Mengen an Gas.

    Der Experte malt ein absurdes Bild: «Die Gefahr einer Explosion besteht, dabei fliegen dann kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft, die können dich töten», warnt Madsen.

    Bevor die eigentliche Untersuchung beginnen kann, müsse das Gas deshalb kontrolliert abgelassen werden.

    Der Vergleich, den der Experte anführt? «Timmy zu entgasen, ist wie eine Bombe zu entschärfen.» Dazu werde ein langes Messer eingesetzt.

    Neben der Explosionsgefahr drohen gemäss Madsen weitere Risiken. Krankheitserreger und Bakterien im verwesenden Körper können die Gesundheit der Beteiligten gefährden.

    Für Sicherheitsvorkehrungen muss daher gesorgt sein – mit Schutzkleidung, Handschuhen und Masken. «Der Gestank ist überwältigend, aber daran gewöhnt man sich», sagt der Forscher.

    «Der Wal hatte nie eine Chance»

    Der Forscher vermutet, dass das Tier beim Rettungsversuch bereits in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand war. «Der Wal hatte nie eine Chance», sagt er gegenüber dem «Spiegel».

    Er habe sich früh dafür ausgesprochen, das Tier in der Ostsee nicht zu bergen oder zu untersuchen.

    Man hätte es einfach in Ruhe lassen sollen, findet Madsen. Für diese Haltung habe er später sogar «Hassmails» erhalten.

    War die Rettungsaktion für Timmy sinnvoll?

    Trotz des fortgeschrittenen Verwesungszustands erhofft sich das Team wichtige Erkenntnisse.

    Etwa dem Mageninhalt des Wals wolle man auf den Grund gehen. Um herauszufinden, ob sich Plastik oder Fischernetze darin befanden.

    Zusätzlich soll die Obduktion klären, ob «Timmy» bereits vor seiner Strandung krank war.

    Auch der Zustand von Lunge, Organen und Maul soll untersucht werden. Das könnte Hinweise auf die eigentliche Todesursache liefern.

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    Kommentare

    User #4610 (nicht angemeldet)

    Helft BITTE dem Timmy!

    User #4610 (nicht angemeldet)

    Einfach nur armer Wal...

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