Aus sterbendem Buckelwal Timmy soll Diesel gemacht werden
Das Schicksal von Buckelwal Timmy scheint bereits in Stein gemeisselt. Jetzt werden konkrete Pläne publik: Timmy soll zu Brennstoff verarbeitet werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Buckelwal Timmy gibt nach wie vor nicht auf – wenn auch die Überlebenschancen winzig sind.
- Nach seinem Tod planen Forscher eine Sektion, unter anderem zur Analyse von Krankheit.
- Der Kadaver soll zudem zu Biodiesel und Brennstoff weiterverarbeitet werden.
Die Chancen um den Buckelwal Timmy stehen gegen Null. Nachdem er im März für Aufsehen und gross angelegte Rettungsversuche sorgte, scheint sein Schicksal nun besiegelt.
Während er vor der deutschen Insel Poel aktuell tapfer bleibt, werden derweil Pläne für die Zeit nach seinem Tod geschmiedet.

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund spricht von Forschungs-Intentionen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Tom Bär sagt: «Im Falle seines Sterbens soll das Tier im Rahmen einer Sektion wissenschaftlich untersucht werden.»
Dies soll mögliche Erkrankungen aufschlüsseln. Zudem wolle man die Rolle des Netzes klären, das sich in Timmys Maul verfangen hatte. Die Erkenntnisse könnten für den Schutz anderer Wale Früchte tragen.
Das Skelett des Buckelwals machte bereits diverse Forschungseinrichtungen hellhörig, unter anderem die Universität Rostock.
Doch nicht nur das: Nach der Skelettentnahme würde der Walkörper «weitestgehend zerlegt» sein, erklärt ein Sprecher von SecAnim, einer Tierentsorgungs-Firma.
Der Transport erfolge dann mit speziellen Fahrzeugen zum Firmenstandort in der deutschen Kleinstadt Malchin.
Firma verarbeitet Walkadaver unter strengen Auflagen
Dort werde der Walkörper unter «Einhaltung höchster Hygienestandards gemäss den gesetzlichen Vorgaben» weiterverarbeitet. Das betonte der Unternehmenssprecher gegenüber «t-online».
Aus dem Walkadaver entstehen verschiedene Endprodukte mit unterschiedlichen Verwendungszwecken.
Diese finden als CO2-neutraler Brennstoff Verwendung in Kraftwerken und der Zementindustrie. Ein Teil werde zudem zu Biodiesel weiter verarbeitet.
Unternehmen bewirbt Verfahren als nachhaltig
Der Firmensprecher stellte laut «t-online» klar: «Auch wenn ein Wal ein besonderes Tier ist, unterscheiden sich die Verarbeitungsschritte nicht von denen anderer Tierarten.»
Auf der Firmen-Webseite bewirbt SecAnim die Tierkörperverarbeitung zu Biodiesel fleissig.
Das Unternehmen bezeichnet es demnach als «aktiven Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und Industrieproduktion».
Wie teuer die Bergung und Weiterverarbeitung des Wals wird, ist noch unklar. Auch die Dauer des gesamten Prozesses lässt sich bisher nicht abschätzen.

















