Bericht enthüllt: Wal Timmy (†) verletzte sich bei Rettungsaktion
Seit vergangener Woche ist bekannt, dass Timmy tot ist. Jetzt enthüllt ein Bericht: Der Buckelwal wies bei seiner Freilassung zahlreiche Verletzungen auf.

Das Wichtigste in Kürze
- Buckelwal Timmy ist tot.
- Der Meeressäuger wurde nach einer stark kritisierten Rettungsaktion freigelassen.
- Jetzt wird bekannt: Der Wal verletzte sich während der Aktion offenbar an Schrauben.
Nach wochenlangem Bangen und Mitfiebern erlangte die Schweiz und die Welt am vergangenen Samstag traurige Gewissheit: Buckelwal Timmy ist tot.
Am vergangenen Freitag war ein verstorbener Meeressäuger vor der dänischen Küste Anholts entdeckt worden. Kurz darauf hatten dänische Behörden den Verdacht geäussert, dass es sich um Timmy handeln könnte.
Der Wal war vor rund zwei Wochen in der Nordsee freigesetzt worden. Zuvor hatte man den Meeressäuger mit einem Lastkahn und einer Barge kilometerweit durch die Ostsee gezogen.
Jetzt enthüllt ein neuer Bericht, dass die Freilassung an Bord des Transportkahns wohl doch nicht so reibungslos ablief, wie erwartet.
Timmy hatte mehrere Verletzungen
Untersucht und rekonstruiert wurde die Rettungsaktion vom «Whale Sanctuary Project», das Teil der privaten Initiative war. Ursprünglich sei Timmys Freilassung bereits für den Freitag, 1. Mai, geplant gewesen.
Nach einer Nacht im Rettungsgefährt sei das Tier erneut untersucht worden. Dabei wurden offenbar Verletzungen am Kopf, am Rumpf sowie an der rechten Schwanzflosse des Tieres festgestellt.
Mitglieder der privat finanzierten Initiative vermuteten, dass Timmy sich nachts an freiliegenden Schrauben verletzt haben dürfte. Das hat das «Rettungsteam» jedoch offenbar nicht davon abgehalten, die Freilassung einzuleiten.
Angesichts der Wunden und der zunehmenden Erschöpfung drängte man gar dazu, die Freilassung möglichst rasch zu starten.
Wal wurde mit Seilen vom Schlepper gerissen
Schlussendlich wurde die Freilassung dann doch abgebrochen und auf Samstagmorgen, den 2. Mai, vertagt.
Am Wal seien Seile befestigt und mit dem Schlepper verbunden worden, so der Verantwortliche Jeffrey Foster, der an Bord war. Schliesslich sei das Schiff vorwärtsgefahren, der Schlepper in die entgegengesetzte Richtung.
Timmy sei mit «ausgestreckten Brustflossen gewaltsam über die Sandsäcke innerhalb des Kahns geschleppt» worden. Bilder oder Videos von der Freilassung gibt es gemäss Angaben der Privatinitiative nicht.
Greenpeace-Experte: «Tierquälerei»
Schon während der Rettungsaktion wurde die Kritik gegenüber der Privatinitiative immer lauter.
Thilo Maack von Greenpeace war zu Beginn der Strandung selbst beim Wal vor Ort. Der Meeresbiologe erklärte kürzlich gegenüber Nau.ch: «Wir hatten damals als Teil des Expertenkreises empfohlen, den Wal in Ruhe und der Natur ihren Lauf zu lassen.»
Und weiter: «Die selbsterklärte Rettungsinitiative hat lediglich ein todkrankes Tier von einem Ort zu einem Ort gebracht. Und hat es dann in einer der meistbefahrenen Schiffsrouten Europas ausgesetzt.»
Vieles an der Aktion, die live gestreamt wurde, grenze an «Tierquälerei». Es sei schliesslich gar nicht mehr um das Wohl des Tieres gegangen, so der Meeresbiologe. «Sondern um das Bedienen von Geschichten und der Pflege von Egoismen.»

















