Kunstbiennale Venedig: Rom entsendet Inspektoren
Die am 9. Mai beginnende Kunstbiennale in Venedig kommt nicht zur Ruhe. Das italienische Kulturministerium hat Inspektoren zur Biennale entsandt. Die Beamten sollen vor Ort Unterlagen zur Wiedereröffnung des russischen Pavillons prüfen, der seit Wochen Gegenstand nationaler und internationaler Kontroversen ist.

Nach Informationen aus Regierungskreisen stehen die zusätzlichen Kontrollen auch im Zusammenhang mit einer Entscheidung der Jury der Ausstellung, Russland und Israel von der Preisvergabe auszuschliessen. Begründet wurde dies demnach mit Vorwürfen gegen die politischen Führungen beider Länder.
Bereits Anfang März hatte Kulturminister Alessandro Giuli die Leitung der Biennale aufgefordert, umfassende Dokumente zur Teilnahme Russlands vorzulegen. Dabei ging es insbesondere um die Vereinbarkeit mit den geltenden Sanktionen.
Neben Protokollen des Verwaltungsrats verlangte das Ministerium auch die vollständige Korrespondenz zwischen der von Pietrangelo Buttafuoco geleiteten Biennale-Stiftung und russischen Vertretern. Nach Angaben des Ministeriums seien die bisher übermittelten Unterlagen unvollständig gewesen. Ergebnisse der laufenden Prüfung wurden bisher nicht offiziell veröffentlicht.
Medienberichten zufolge soll es Kontakte zwischen der Biennale und russischen Vertretern zur Organisation der Wiedereröffnung des Pavillons gegeben haben. Die Stiftung erklärte dazu, es habe sich lediglich um «notwendige Abstimmungen wie mit jedem anderen Land» gehandelt.










