Dirigentin Venezi will auf Aus bei Fenice «angemessen antworten»
Die italienische Dirigentin Beatrice Venezi will den Bruch mit dem Opernhaus La Fenice in Venedig nicht tatenlos hinnehmen. Sie nehme die Entscheidung des Theaters zur Kenntnis, die Zusammenarbeit zu beenden, wolle aber «angemessen antworten», erklärte sie in einer Stellungnahme.

Die 36-jährige Venezi erklärte, sie habe erst über Medienberichte von der Entscheidung des Opernhauses erfahren und erst später ein offizielles Schreiben erhalten. La Fenice in der italienischen Lagunenstadt hatte am Sonntag die Zusammenarbeit mit Venezi beendet.
In einer Mitteilung erklärte das Theater, die Entscheidung sei nach wiederholten Äusserungen der Künstlerin gefallen, die als «offensiv und schädigend für den künstlerischen und professionellen Wert» des Hauses und seines Orchesters bewertet wurden. Auslöser war ein Interview Venezis mit der argentinischen Zeitung «La Nación», in dem sie das Orchester des Theaters offen kritisiert hatte. Die Dirigentin Venezi ihrerseits betonte, dass Interviewaussagen, die ihr zum Verhängnis wurden, aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.
«Ich habe keine Protektion, das ist der Unterschied. Ich komme nicht aus einer Musikerfamilie. Und das ist ein Orchester, in dem Positionen praktisch vom Vater an den Sohn weitergegeben werden», sagte sie im Interview mit «La Nación». Fenice-Intendant Nicola Colabianchi distanzierte sich von dieser Aussage. Er erklärte, er teile diese Einschätzung nicht und hob zugleich die «hohe Qualität» des Orchesters hervor.
Venezi wies die Kritik zurück und erhob ihrerseits schwere Vorwürfe gegen Teile der Belegschaft des Theaters und gegen das Orchester. Sie sei über Monate «diffamiert, beleidigt und gemobbt» worden. Zugleich beklagte sie strukturelle Benachteiligung: In Italien sei es bereits ein Nachteil, jung zu sein – und eine Frau zu sein, sei ein zusätzlicher.
Die italienische Regierung wies inzwischen Berichte zurück, wonach Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in die Entscheidung eingebunden gewesen sei, die Zusammenarbeit des Theaters mit Venezi zu beenden. Aus dem Amtssitz hiess es, die Regierungschefin sei in keiner Weise beteiligt gewesen. Auch Kulturminister Alessandro Giuli sprach von einer autonomen Entscheidung der Theaterleitung.
Bereits seit September gab es Spannungen zwischen Teilen des Orchesters und der Leitung im Zusammenhang mit Venezis Ernennung. Musiker hatten die Personalentscheidung kritisiert und ihre fachliche Eignung für das traditionsreiche Haus infrage gestellt.










