Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bleibt im Amt. Diese Entscheidung von Papst Franziskus verlautete am Freitag aus Kirchenkreisen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Allerdings nehme Woelki auf eigenen Wunsch eine Auszeit von Mitte Oktober bis zum Beginn der Fastenzeit Anfang März kommenden Jahres, hiess es.

Zudem werde ein Administrator für das Erzbistum eingesetzt.

Das Erzbistum Köln, eines des ältesten und das mitgliederstärkste im deutschsprachigen Raum, steckt seit etwa einem Jahr in einer tiefen Krise. Ausgelöst worden war diee ursprünglich, weil Woelki ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen nicht veröffentlichen wollte. Er führte dafür rechtliche Gründe an. Im Zuge des dadurch entstandenen Streits entfremdeten sich der Kardinal und die wichtigsten Gremien des Bistums immer weiter.

Darauf reagierte Papst Franziskus in diesem Jahr, indem er zwei Bevollmächtigte ins Erzbistum Köln entsandte, den Stockholmer Kardinal Anders Arborelius und den Rotterdamer Bischof Hans van den Hende. Sie befragten unter anderem Missbrauchsopfer und erstellten anschliessend einen Untersuchungsbericht für den Papst.

Der Papst lehnte auch die Amtsverzichte der Weihbischöfe Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff ab, die in der Kölner Missbrauchsaffäre wegen Pflichtverletzungen beurlaubt worden waren. Puff werde seinen regulären Dienst sofort wieder aufnehmen, Schwaderlapp auf eigene Bitte zunächst für ein Jahr als Seelsorger nach Kenia gehen, teilte der Heilige Stuhl am Freitag mit.

In Deutschland gehören noch knapp 27 Prozent der Bevölkerung der katholischen Kirche an und gut 24 Prozent der evangelischen Kirche. Die Zahl der aktiven Gläubigen ist weit niedriger. Jahr für Jahr verlieren die grossen Kirchen im Zuge der Säkularisierung des Landes hunderttausende Mitglieder.

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