Saas-Fee: Coop kann nicht liefern – erste Lebensmittel ausverkauft
Eine Lawine hat die einzige Zufahrtsstrasse ins Saastal blockiert: Zwei bekannte Ferienorte sind seit Montagabend isoliert. Frische Lebensmittel werden knapp.

Das Wichtigste in Kürze
- Saas-Fee VS und Saas-Grund VS sind von der Aussenwelt abgeschnitten.
- Frische Lebensmittel sind weg.
- Wenn nötig, ist die Air Zermatt sofort einsatzbereit.
Grosse Lawinen haben den Kanton Wallis hart getroffen: Seit Montagabend sind die Touristendestinationen Saas-Fee und Saas-Grund von der Aussenwelt abgeschnitten.
Die Kantonsstrasse zwischen Stalden und Saas-Balen, die in die Dörfer führt, wurde wegen einer Lawine gesperrt.
Früchte und Co. gibts nicht mehr
Jetzt leeren sich die Regale – Brot, Gemüse und weitere Produkte verschwinden. «Es kommen keine frischen Produkte mehr ins Tal», sagt Pesche Meyer vom Hotel Elite Alpine Lodge zu Nau.ch.
Die Detailhändlerin Migros erklärt auf Anfrage, dass es in Saas-Fee bislang zu keinen Hamsterkäufen gekommen sei. Zwar seien frische Produkte wie Fleisch, Obst und Gemüse bei Lieferausfällen grundsätzlich zuerst betroffen, am Dienstagmorgen seien diese aber weiterhin erhältlich.

Ein anderer Einzelhändler hat wegen der gesperrten Kantonsstrasse ebenfalls Lieferprobleme : Coop konnte die Filialen in Saas-Fee, Saas-Grund und Münster am Dienstag nicht versorgen.
Das teilt Rabea Brantschen, Mediensprecherin der Verkaufsregion Bern auf Anfrage mit. Deshalb verschwinden frische Produkte langsam aber sicher aus den Regalen.
Molkerei-Artikel sind zwar weiterhin verfügbar. Das Angebot im Bereich Früchte und Gemüse sowie Fleisch und Fertigprodukte ist jedoch stark eingeschränkt.
Die Lawinengefahr ist extrem
Während die Strassensperre für Touristinnen und Touristen aussergewöhnlich ist, reagieren viele Einheimische gelassen. In schneereichen Wintern gehört das beinahe zur Normalität.
Auf den Betrieb des familiengeführten Hotel Elite Alpine Lodge in Saas-Fee hat die Sperrung bislang kaum Auswirkungen, wie Mitinhaber Pesche Meyer sagt.

«Die meisten Gäste sind völlig entspannt», sagt er. Buchungen wurden bisher nicht storniert. Das liegt auch daran, dass die meisten Touristinnen und Touristen üblicherweise an Samstagen an- oder abreisen.
Sorgen bereitet ihm jedoch das Verhalten einzelner Personen: «Wir hoffen, dass sich das Wetter nun beruhigt und niemand in Gefahr kommt. Einige Leute haben das Gefühl, man könne trotz der aktuellen Lage einfach mit den Schneeschuhen rausgehen.»
Davon raten die Behörden jedoch dringend ab. Die Lawinengefahr ist derzeit auf der zweithöchsten Warnstufe, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung auf seiner Website mitteilt. Wer jetzt noch auf die Hänge geht, spielt mit seinem Leben.
Der öffentliche Verkehr macht dicht
Auch die Busverbindungen ins Tal sind von der Sperrung betroffen. Postauto teilt auf Anfrage von Nau.ch mit, dass Fahr- und Dienstpläne angepasst werden mussten.
«Wir machen das nicht zum ersten Mal. Das Szenario einer gesperrten Zufahrt ins Saastal tritt immer wieder auf», heisst es weiter bei Postauto.
Bald starten die Helikopter
Trotz der aussergewöhnlichen Lawinenlage ist die Air Zermatt jederzeit einsatzbereit, wie die Fluggesellschaft auf Anfrage mitteilt. Helikopterflüge nach Saas-Fee sind am Dienstagvormittag allerdings noch kein Thema.
In den kommenden Tagen plant die Air Zermatt jedoch Lawinensprengungen und Erkundungsflüge aus der Luft. Das ist wichtig: So werden abgeschnittene Täler wieder befreit und Skipisten gesichert.
Sollte sich die Lawinengefahr weiter verschärfen, ist die Air Zermatt vorbereitet: «Bei Bedarf können wir jederzeit zusätzliche Helikopter für Rettungseinsätze aufbieten», so die Fluggesellschaft.
















