Das Verbot der Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange ist vor kurzem aufgehoben worden. Die Anwälte des Betroffenen bereiten nun eine Berufung vor.
Julian Assange
Der Wikileaks-Gründer Julian Assange. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anwälte von Julian Assange haben den Einspruch gegen das britische Gericht gestellt.
  • Die US-Justiz will dem Wikileak-Gründer wegen Spionagevorwürfe den Prozess machen.
  • Falls Assange der USA ausgeliefert wird, droht ihm eine Haft von 175 Jahren.

Ein Gericht in Grossbritannien hat das Verbot der Auslieferung von Julian Assange in die USA ausser Kraft gesetzt. Die Anwälte des Wikileaks-Gründers bereiten nun jedoch einen Einspruch gegen die Entscheidung vor.

«Wir glauben, dass in diesem Antrag ernste und wichtige Rechtsfragen von breiterer öffentlicher Bedeutung angesprochen werden.» Dies hiess es in einem Statement der Verteidiger, über das die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag berichtete.

Seine Verlobte Stella Moris und die Verteidiger hoffen nun, dass der Fall vor dem Supreme Court weiter verhandelt wird. Eine Entscheidung wird frühestens im Januar erwartet.

USA wirft Julian Assange Spionage vor

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem gebürtigen Australier drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen gestohlen und veröffentlicht zu haben. Betroffen sind Einsätze im Irak und in Afghanistan.

Julian Assange
Unterstützer von Julian Assange vor dem Gericht in London. - AFP

Er habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht. Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte.

Wegen seines psychischen und gesundheitlichen Zustands und der Haftbedingungen in den USA wurde eine Auslieferung zuvor untersagt. Washington hatte diese Entscheidung jedoch angefochten - und bekam Recht.

Die von den USA in der Zwischenzeit gegebenen Zusicherungen seien ausreichend, um die Sorgen um Assanges Gesundheit auszuräumen. Dies sagte der Richter am Freitag. Der 50-Jährige sitzt seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.

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