Italiens öffentlich-rechtlicher Sender Rai steht vor einem Streik. Die Journalistengewerkschaft Unigrai protestiert gegen politische Einflussnahme.
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Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni während einer Sendung von RAI. (Archivbild) EPA/CLAUDIO PERI - Keystone

Die Journalistengewerkschaft Unigrai rief für den 6. und 7. Mai zu einem 24-stündigen Ausstand auf, um insbesondere gegen Einflussnahme der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu protestieren. Sie hielt Meloni vor, den Sender in ein «Sprachrohr der Regierung» verwandeln zu wollen.

Hintergrund ist die kurzfristige Ausladung des Schriftstellers Antonio Scurati, der zum Tag der Befreiung Italiens von deutscher Besatzung und Faschismus am 25. April einen Text vorlesen wollte. Bei dem Auftritt wollte er Melonis Partei wegen deren postfaschistischer Ursprünge kritisieren. Der Text wurde schliesslich von einer Rai-Journalistin vorgelesen.

Meloni unter Beschuss

Meloni steht seit Oktober 2022 an der Spitze einer rechten Dreier-Koalition. Ihre eigene Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) hat die Ursprünge im postfaschischem Spektrum.

Der frühere Diktator Benito Mussolini (1883–1945) wird von prominenten Parteimitgliedern bis heute verehrt. Meloni selbst vermeidet es trotz vielfacher Aufforderungen, sich als «antifaschistisch» zu bezeichnen.

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