Nach der EU-Einigung auf eine faire Verteilung von Bootsmigranten hat Italien erste konkrete Hilfe verkündet.
ARCHIV - Migranten warten an Bord eines Schiffes der italienischen Küstenwache auf der sizilianischen Insel Lampedusa. Foto: David Lohmueller/AP/dpa
ARCHIV - Migranten warten an Bord eines Schiffes der italienischen Küstenwache auf der sizilianischen Insel Lampedusa. Foto: David Lohmueller/AP/dpa - sda - Keystone/AP/David Lohmueller
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vor zwei Monaten gab es eine EU-Einigung auf eine faire Verteilung von Bootsmigranten.
  • Italien hat erste konkrete Hilfe aus Paris und Berlin verkündet.

Zwei Monate nach einer EU-Einigung auf eine fairere Verteilung von Bootsmigranten aus dem Mittelmeer hat Italien erste konkrete Hilfen aus Paris und Berlin verkündet.

Eine französische Delegation habe in den vergangenen Tagen in der süditalienischen Stadt Bari eine Gruppe von Geflüchteten ausgewählt. Diese werden nach Frankreich umgesiedelt.

Das gab das Innenministerium in Rom am Freitag bekannt. Noch für August hätten sich auch Behördenvertreter aus Deutschland für eine ähnliche Mission angekündigt, wie es weiter hiess.

Immer mehr Menschen kommen über die gefährliche Route an

In Italien kommen immer mehr Menschen über die gefährliche Route im zentralen Mittelmeer an. Das Land fordert seit Jahren mehr Hilfe von der Europäischen Union und anderen Mitgliedsstaaten.

Am 10. Juni hatten sich 21 Staaten auf einen Solidaritätsmechanismus geeinigt, der südliche Länder wie Italien entlasten soll. Dazu gehören die Aufnahme von Menschen oder Geld- und Sachleistungen. Bislang hätten sich 13 Länder bereiterklärt, mehr als 8000 Menschen aufzunehmen, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission in dieser Woche mit.

Mehr als 42 000 Bootsmigranten in Rom

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese sprach in der Mitteilung von einem «historischen Schritt für die Union». In diesem Jahr registrierte Rom bislang mehr als 42 000 Menschen, die mit Booten an den italienischen Küsten ankamen. Im Vorjahreszeitraum waren es mit gut 30 000 Migrantinnen und Migranten deutlich weniger.

Sollten die Mitte-Rechts-Parteien bei den Parlamentswahlen am 25. September wie aktuell prognostiziert gewinnen, dann wollen sie deutlich härter gegen Einwanderer vorgehen. Der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, kündigte am zweiten Tag seines Besuchs auf der Mittelmeerinsel Lampedusa an, dass er bei einem Wahlsieg einen Sonderkommissar einsetzen wolle. So will er die Flüchtlingsströme unterbinden.

Die in den Umfragen führende Giorgia Meloni von der rechtsextremen Partei Fratelli d'Italia will ebenfalls dazu übergehen. Die Flüchtlinge sollen gar nicht erst in See stechen. Sie will stattdessen Migranten schon in Lagern in Nordafrika abfangen, wie sie sagte.

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