Nach rund einer Woche Warten darf die private Organisation SOS Méditerranée knapp 380 im zentralen Mittelmeer gerettete Menschen nach Italien bringen.
Ocean Viking
Die Ocean Viking rettet Migranten aus Seenot. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • SOS Méditerranée darf die 380 zuletzt geretteten Migranten nach Italien bringen.
  • Die «Ocean Viking» läuft im Hafen von Salerno bei Neapel ein.
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Die italienischen Behörden hätten der «Ocean Viking» den Hafen von Salerno südlich von Neapel zugewiesen, teilte die Organisation am Sonntag auf Twitter mit. Die Crew hatte die Migranten zuvor bei mehreren Einsätzen aus Seenot gerettet.

Die «Geo Barents» von Ärzte ohne Grenzen hingegen wartete mit rund 660 Geretteten an Bord am Sonntagnachmittag weiter auf einen sicheren Hafen. An Bord befanden sich den Seenotrettern zufolge mehr als 150 Minderjährige. Die deutsche Organisation Sea-Watch brachte unterdessen mehr als 440 gerettete Migranten nach Tarent (Taranto).

Italien verzeichnet immer mehr Bootsmigranten

Italien hatte der «Sea-Watch 3» bereits am Donnerstag den Hafen am italienischen Stiefelabsatz zugewiesen, allerdings brauchte das Schiff nach Angaben der Organisation knapp zwei Tage dorthin, weshalb die Migranten erst am Samstag an Land gehen konnten.

Ocean Viking
Das Rettungsschiff Ocean Viking (l) wird von einem Grenzpolizeischiff eskortiert, als es sich dem Hafen von Porto Empedocle in Süditalien nähert. - dpa

Vor allem im Sommer machen sich viele Menschen von den Küsten Nordafrikas in oft seeuntauglichen Booten auf in Richtung EU und geraten dabei nicht selten in Seenot. Eines der möglichen Ziele ist Italien. In den vergangenen drei Jahren verzeichnete das italienische Innenministerium aufs Jahr gesehen im Juli die höchste Zahl an ankommenden Bootsmigranten.

In diesem Jahr sind mit Stand Freitag bislang fast 39 300 Migranten in dem Mittelmeerland angekommen. Im selben Vorjahreszeitraum waren es rund 28 450. Seit April ist die Zahl der Ankommenden im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen. Migration ist im laufenden Wahlkampf in Italien ein grosses Thema. Rechte Parteien werfen Seenotrettern etwa vor, mit Schleppern zu kooperieren.

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