Während der Corona-Krise hat Paris einen grossen Schritt beim Radverkehr gemacht, das Stadtbild hat sich verändert. Nun gilt in der französischen Hauptstadt ein neues Tempolimit.
Auf einer Strasse im Zentrum von Paris gilt Tempo 30. Ab sofort gilt diese Geschwindigkeitsbegrenzung in der französischen Hauptstadt fast überall. Foto: Michael Evers/dpa
Auf einer Strasse im Zentrum von Paris gilt Tempo 30. Ab sofort gilt diese Geschwindigkeitsbegrenzung in der französischen Hauptstadt fast überall. Foto: Michael Evers/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf den meisten Strassen in Paris gilt seit Montag Tempo 30.

Ausgenommen sind nur wichtige Verkehrsachsen und die Stadtautobahn Périphérique. 25 Prozent weniger Unfälle, 50 Prozent weniger Lärm und mehr Raum insbesondere für Radfahrer lauten die Argumente für den Einschnitt.

59 Prozent der Pariser hätten einer Geschwindigkeitsbegrenzung bei einer Umfrage zugestimmt, begründete die Stadtverwaltung den Schritt. Auf 60 Prozent der Strassen gelte ohnehin schon Tempo 30, hiess es ausserdem.

Hunderte Schilder mussten in Paris übrigens nicht für die neue Geschwindigkeitsbegrenzung angeschraubt werden. An den Einfallstrassen in die Stadt wird einmalig auf die neue grossflächig geltende Regelung hingewiesen. Pionier mit dem stadtweiten Tempolimit ist Paris in Frankreich nicht: Lille und Grenoble senkten vorher schon das Tempo.

Das neue Tempolimit ist nur eine Massnahme von etlichen zur Eindämmung der Autolawinen in Paris. 52 Kilometer während der Corona-Epidemie eingerichtete Pop-Up-Radwege werden im Moment in dauerhafte Radspuren umgewandelt. In anderen Strassen müssen die Autos ganz den Fussgängern weichen, öffentliche Begegnungsflächen und Fahrradstellplätze werden geschaffen und Bäume und Gartenflächen gepflanzt.

Ohne Kritik bleibt das Tempolimit in Paris nicht: Bei der Umfrage wurden auch Bewohner des Grossraums Paris befragt, die nicht alle gleich per Metro an ihr Ziel gelangen können. 61 Prozent von ihnen sprachen sich gegen die Massnahme aus. Und der Interessensverband der Autofahrer «40 millions d'automobilistes» zweifelt den Zweck der Massnahme an. Innerhalb von Paris gebe es ohnehin wenige Unfälle, und wenn, dann seien meist Radfahrer betroffen, hiess es.

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