Meteotsunami trifft Kroatien zweimal in einer Woche
Zum zweiten Mal binnen weniger Tage traf ein Meteotsunami Kroatien. Urlauber flohen in Panik, Boote liefen auf Grund.

Binnen weniger Sekunden verwandelte sich die Hafenpromenade von Mali Lošinj in Kroatien in ein Wasserbad. Am Montagmorgen, dem 20. Juli, traf ein Meteotsunami den kroatischen Urlaubsort in der Kvarner Bucht, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet.
Ohne jede Vorwarnung stiegen die Wassermassen an, überfluteten Cafés, Restaurants und Teile der Uferstrasse. «Wir sassen beim Kaffee, als das Meer innerhalb von Sekunden stieg und die gesamte Riva überflutete», schilderte ein Augenzeuge.
Restaurantbetreiber räumten hastig ihre Tische weg, Gäste flohen in Panik, wie «Heute» unter Berufung auf kroatische Medien berichtete. «Die Leute rannten weg – Panik brach aus», schilderte demnach ein Zeuge gegenüber Medien in Kroatien.
Kein Erdbeben, sondern Luftdruck
Das Phänomen entsteht nicht durch tektonische Aktivität, wie bei einem klassischen Tsunami. Ein Meteotsunami wird laut der «Frankfurter Rundschau» durch abrupte Luftdruckschwankungen bei Unwettern ausgelöst.
Die Folge sind Wellen, die in flachen Buchten durch Resonanzeffekte verstärkt werden. Sie können binnen Sekunden über Uferbereiche hereinbrechen und erhebliche Schäden anrichten.
Nach dem ersten Pegelanstieg zieht sich das Meer beim Meteotsunami ungewöhnlich weit zurück. Bereits in der Vorwoche sank der Wasserspiegel in Pula und Zadar auf rund 60 Zentimeter unter den Normalwert. Dadurch liefen Boote in den Häfen auf Grund, so «Heute».
Phänomen an der Adria bekannt
Bereits in der Vorwoche hatte ein Meteotsunami die kroatische Küste getroffen. Damals überflutete das Meer laut «Salzburg24» den Urlaubsort Stari Grad auf der Insel Hvar und liess Boote im Hafen trockenfallen.
Das Ereignis heisst bei Einheimischen «Šćiga» und ist an der Adriaküste grundsätzlich bekannt. In Vela Luka ereignete sich 1978 ein besonders schwerer Meteotsunami mit Wellenhöhen von rund sechs Metern, berichtet die «Frankfurter Rundschau».
Eine verlässliche Vorhersage bleibt jedoch schwierig. «Bei Meteotsunamis lassen sich zwar die Ursachen – wie Gewitter mit ihren Böenlinien – einigermassen gut vorhersagen. Allerdings müssten zusätzlich kleinräumige Luftdruck- und Meerespegelschwankungen gemessen werden», erläutert der DWD laut der «Frankfurter Rundschau».
Kroatien: Unwetter halten bis Wochenmitte an
Starkregen, Gewitter und Sturmböen erfassten am Montag weite Teile der kroatischen Adriaküste, wie «Heute» berichtete. Besonders betroffen waren Istrien, die Kvarner-Region, Gorski Kotar sowie einzelne Küstenabschnitte Norddalmatiens.

Auf der Insel Cres wurden Hagelschauer gemeldet, in Starigrad-Paklenica fegten heftige Sturmböen über die Küste. Laut dem kroatischen Wetterstationsnetzwerk Crometeo wurden die grössten Regenmengen in Gorski Kotar registriert.
Der staatliche Wetterdienst DHMZ in Kroatien geht davon aus, dass die Unwettergefahr zumindest bis zur Wochenmitte anhält. Die Verwaltung von Mali Lošinj teilte laut «Frankfurter Rundschau» mit, dass bislang keine Schadensmeldungen eingegangen seien.












