Illegale Zigarettenfabrik in Italien entdeckt

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Italien,

Die italienische Finanzpolizei hat in der norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien eine illegale Zigarettenproduktion im grossen Stil aufgedeckt. Nach Angaben der Ermittler erzielte die Organisation dabei einen Umsatz von rund 89 Millionen Euro.

Zigaretten
Die italienische Finanzpolizei hat in der norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien eine illegale Zigarettenproduktion im grossen Stil aufgedeckt. (Symbolbild) - keystone

Wie die Behörden mitteilten, zerschlugen Ermittler in den Provinzen Udine und Triest ein kriminelles Netzwerk, das die Zigaretten herstellte und in mehrere Länder in Mittel- und Nordeuropa vertrieb. Bei der Razzia wurden 29 Personen angezeigt, drei von ihnen festgenommen.

Im Zentrum der Ermittlungen stand eine sogenannte «Geisterfabrik» in der Gemeinde Gonars in der Provinz Udine, in der 21 Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung arbeiteten und zugleich untergebracht waren. Die Finanzpolizei beschlagnahmte Produktionsanlagen, Maschinen, Fahrzeuge sowie mehr als 70 Tonnen geschmuggelten Tabaks. Durch gezielte nächtliche Umladungen von Anhängern wurde die Herkunft der Ware systematisch verschleiert und eine Rückverfolgung erheblich erschwert.

Innerhalb von nur fünf Monaten wurden rund 137 Millionen Zigaretten produziert. Der Vertrieb erfolgte überwiegend ins Ausland, wo deutlich höhere Preise erzielt werden als in Italien – ein Umstand, der das Geschäft besonders profitabel machte.

Die Produktion fand in einer vollständig ausgestatteten illegalen Fabrik statt, die unabhängig vom öffentlichen Stromnetz mithilfe eines leistungsstarken Generators betrieben wurde. Das Geschäftsmodell war strategisch angelegt: Die geografische Lage in Friaul-Julisch Venetien ermöglichte eine schnelle Verteilung in europäische Märkte bei gleichzeitig reduziertem Risiko von Grenzkontrollen.

Die Ermittlungen belegten die Existenz einer gut organisierten kriminellen Vereinigung, an der vor allem Personen aus Osteuropa beteiligt waren, unterstützt durch ein weit verzweigtes logistisches Netzwerk in Italien. Eine Transportfirma aus Triest spielte dabei eine zentrale Rolle, unter anderem durch die Anmietung der genutzten Immobilien über Strohmänner.

Bei dem Einsatz wurden die Arbeiter unter extremen Ausbeutungsbedingungen angetroffen: 21 Personen ohne gültige Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis lebten und arbeiteten nahezu vollständig isoliert innerhalb der Fabrik.

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Kommentare

User #1884 (nicht angemeldet)

Ich bin sprachlos. Ich bin nämlich Friauler und wohne in der Schweiz. Ich bin beschämt, was in meiner Heimatregion passiert ist....

User #5443 (nicht angemeldet)

Das ist aber besorgniserregend! Da werden wieder mehr Arbeitslos.

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