Capri geht gegen aufdringliches Ansprechen von Touristen vor
In Zukunft soll es Gewerbetreibenden auf der italienischen Insel Capri untersagt sein, Touristen durch aufdringliches Ansprechen anzulocken.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Insel Capri im italienischen Mittelmeer ist eine beliebte Feriendestination.
- In Zukunft sollen dort Touristen nicht mehr aufdringlich angesprochen werden dürfen.
- Dies war bislang eine gängige Strategie von Gewerbebetreibenden, um Kunden anzulocken.
Sonne, Meer – und künftig wohl deutlich weniger aufdringliche Touristenfänger: Auf der italienischen Mittelmeerinsel Capri geht die Kommune jetzt mit einem harten Kurs gegen das Ansprechen von Touristen auf offener Strasse vor.

Wer Touris künftig ungefragt in Restaurants locken oder ihnen Bootstouren und Ausflüge aufschwatzen will, muss bezahlen. Einer neuen Verordnung zufolge drohen Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro (zwischen 23 und 462 Franken).
Mit der Verordnung will Capri dem wachsenden Problem des Massentourismus begegnen – und vor allem dem Ärger vieler Inselbesucher über hartnäckige Anbieter.
«Strikt untersagt»
«Gewerbetreibenden, Inhabern von Agenturen für touristische Dienstleistungen sowie deren Mitarbeitern ist es strikt untersagt, Kunden durch aufdringliche und hartnäckige Methoden auf öffentlichem oder öffentlich genutztem Grund anzuwerben», heisst es dort.
Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Ferienzielen Italiens. Das Eiland im Golf von Neapel ist berühmt für seine Villen und die durch Buchten zerklüftete Felsenküste. Besonders im Hauptort gibt es viele Luxushotels.
Täglich zehntausende Tagesgäste
Auf Capri leben rund 13'000 Menschen, im Sommer kommen täglich zehntausende Tagesgäste. Zur Begründung verweist die Kommune auf die enormen Besucherströme, die sich täglich durch das historische Zentrum und das Hafengebiet bewegen.
Erklärtes Ziel der Massnahme ist es, ein «gepflegtes Erscheinungsbild sowie einen reibungslosen Fussgänger- und Autoverkehr zu gewährleisten».
In vielen italienischen Touristenzentren ist aufdringliches Werben für Gastronomie oder andere Dienstleistungen ein alltägliches Problem, Touristen empfinden dies oft als störend. Der Ferienort Torri del Benaco am Gardasee führte vergangenen Sommer schon eine ähnliche Massnahme ein.
Dort ist es seitdem Servicemitarbeitern verboten, Touristen aktiv und aufdringlich sowie mit Flyern in ihre Restaurants und Bars zu locken.












