Wolf

Hamburger Wolf: Töten oder auswildern?

Keystone-SDA
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Deutschland,

Der junge Wolf, der eine Frau in Hamburg verletzt hat, ist zunächst vorübergehend in einer Wildtierauffangstation im benachbarten norddeutschen Bundesland Niedersachsen untergebracht worden.

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Nachdem ein Wolf in Hamburg Menschen gebissen hat, stellt sich die Frage, was mit dem Tier passieren soll. - keystone

Das teilte die Hamburger Umweltbehörde mit, die nach eigenen Angaben weiterhin für den Wolf zuständig ist. «Zum langfristigen Verbleib des Tieres laufen Gespräche», erklärte ein Sprecher der Behörde.

Der Wolf war bereits am Wochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am Montag sei er vermutlich durch einen äusseren Reiz, etwa ein Auto oder ein anderes Tier, aktiviert worden, sagte der Sprecher der Umweltbehörde. In der Folge sei er in eine Stresssituation geraten und losgerannt. In einer Geschäftsstrasse im Zentrum des Stadtteils Altonas habe er sich dann in eine kleine, wenige Meter breite Einkaufspassage mit mehreren Geschäften verirrt.

In der Passage wurde dann die Frau verletzt. Zum genauen Hergang machte die Umweltbehörde keine Angaben, auch um die Privatsphäre der Frau zu schützen, wie es hiess. Senatorin Katharina Fegebank – eine Art Ministerin in der Regierung Hamburgs – hatte am Dienstag gesagt, die Frau sei im Universitätsklinikum Eppendorf ambulant behandelt worden.

Der Wolf war nach dem Vorfall mehrere Kilometer durch die Stadt bis in den See Binnenalster geflüchtet. Funkstreifenbesatzungen entdeckten ihn schwimmend im Wasser vor und sicherten ihn mit einer Schlinge am Jungfernstieg, wie ein Polizeisprecher sagte. Das Einfangen habe mehr als eine Stunde gedauert.

Das Raubtier habe oberflächliche Verletzungen und Wunden, teilte die Umweltbehörde weiter mit. Es sei tiermedizinisch behandelt und auch auf Tollwut getestet worden, die Auswertung laufe noch. Eine Tollwuterkrankung sei aber unwahrscheinlich. Seit 2008 gelten Wölfe in Deutschland als tollwutfrei.

Viele Fragen sind nach wie vor offen – auch, wie lange der Wolf in seiner jetzigen Station bleiben soll. «Man guckt sich jetzt erstmal an, wie ist der Zustand des Wolfes, lässt ihn zur Ruhe kommen und wird entscheiden, was dann mit ihm passiert», sagte ein Sprecher des Umweltministeriums von Niedersachsen in Hannover. «Es ist schon gefordert worden, das Tier jetzt zu töten. Das muss entschieden werden.»

Eine Tötung eines gefangen genommenen Tieres wäre demnach ein Sonderfall. «Das wäre trotzdem womöglich eine Option, aber ich kann da nichts vorwegnehmen.» Möglicherweise werde das Tier wieder freigelassen: «Auch eine Auswilderung wäre eine Option», sagte der Sprecher.

Der Ministeriumssprecher erklärte, man könne ein Wildtier, das nicht an Gefangenschaft gewöhnt ist, nicht sehr lange in einem Gehege belassen, das darauf womöglich gar nicht ausgelegt sei. «Deshalb muss schon kurzfristig und zeitnah entschieden werden, was mit dem Tier passieren soll.»

Unterdessen sprach sich Wolfexperte Norman Stier von der Technischen Universität Dresden für eine Freilassung aus. «Einer Freilassung steht aus meiner Sicht nichts entgegen, wenn es kontrolliert mit einem Senderhalsband erfolgt.» Durch den Sender könne man das Tier jederzeit aufsuchen, es negativ konditionieren und auch töten, falls es zu Problemen kommen sollte. Auch der Geschäftsführer des Wildparks Schwarze Berge, Arne Vaubel, plädiert für die Freiheit des Wolfs. Das Tier habe nicht mit Absicht angegriffen, sondern aus einer Panik heraus, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Vaubel geht davon aus, dass der Wolf die Frau nicht angreifen wollte. Das sei ein wilder Wolf, der nichts kenne – keine Stadt, keine Menschen. «Der Wolf war wahrscheinlich in Panik und wollte nur raus», sagt er.

Eine Chance, das Tier in das Rudel eines Wildparks zu integrieren, sah Experte Stier von der TU Dresden nicht. «Da gibt es Erfahrungen von Hybridfängen aus der Anfangs-Wolfswiederbesiedlung aus der Lausitz, die auch in sehr grossen Gehegen trotzdem qualvoll zugrunde gegangen sind», erklärte er. Ausser bei kleinen Welpen, die sich noch an eine Gehegehaltung gewöhnen könnten, sei eine tierschutzkonforme Unterbringung von Wölfen, die in Freiheit aufgewachsen sind, weder sinnvoll noch möglich, so der Experte.

In Niedersachsen leben mehr Wölfe als in den meisten anderen deutschen Bundesländern. Schätzungen zufolge gibt es dort mehr als 500 Wölfe.

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Kommentare

User #1444 (nicht angemeldet)

Eine normale Reaktion eines Wolfsgegners ist umbringen. Alles andere, nur nicht Intelligenz basiert.

User #2036 (nicht angemeldet)

Städter mögen den Wolf. Der ist ganz lieb.

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wurst
192 Interaktionen
«Nein danke»
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«Lächerlich»

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