In Schweden wird am Dienstagnachmittag eine Anlage eingeweiht, mit der eine umweltfreundliche Stahlproduktion möglich wird.
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Ein Stahlarbeiter am Hochofen in einem Thyssenkrupp-Werk in Duisburg. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In Schweden können Unternehmen auf einen unterirdischen Speicher für Wasserstoff setzen.
  • Dadurch könnte in Zukunft eine Stahlproduktion ohne klimaschädliche Gase möglich werden.
  • Am Dienstagnachmittag wird die Anlage in Luleå eingeweiht.

Eine schwedische Initiative zur Stahlproduktion ohne den Ausstoss klimaschädlicher Gase ist einen wichtigen Schritt weitergekommen. Im nordschwedischen Luleå können die beteiligten Unternehmen künftig auf einen unterirdischen Speicher für Wasserstoff setzen. Dieser soll bei der Herstellung von Eisen und Stahl den Einsatz von Kohle ersetzen soll.

Die Pilotanlage sollte am späten Dienstagnachmittag vom Stahlkonzern SSAB, dem Eisenerzförderer LKAB und dem Energieversorger Vattenfall eingeweiht werden.

Sie liegt 30 Meter unter der Erde und stellt nach Angaben der Unternehmen die weltweit erste Anlage ihrer Art dar. Mit der Einweihung beginnt eine zweijährige Testphase, in der die Beteiligten verstehen wollen, wie Wasserstoffspeicherung in grossem Massstab funktionieren kann. Der Speicher hat eine Grösse von 100 Kubikmetern. Spätere Speicherstätten könnten ein Fassungsvermögen von 100'000 bis 120'000 Kubikmetern haben.

SSAB, LKAB und Vattenfall arbeiten bei der 2016 ins Leben gerufenen Initiative Hybrit gemeinsam daran, fossilfreien Stahl herzustellen. Das bedeutet, das im gesamten Produktionsprozess keine fossilen Brennstoffe mehr verwendet werden. Die Hybrit-Technologie soll den Hochofenprozess ersetzen, bei dem Kohle und Koks verwendet werden und somit klimaschädliches CO2 entsteht. Stattdessen soll Wasserstoff zum Einsatz kommen, weshalb der Speicher eine grundlegende Bedeutung hat.

Kein CO2 als Beiprodukt

Wenn es beispielsweise sehr windig ist und viel Strom zur Verfügung steht, soll Wasserstoff erzeugt und gespeichert werden. Er kann dann verbraucht werden, wenn die Stromproduktion geringer ist. Dadurch soll eine konstante Herstellung von Eisenschwamm sichergestellt werden, dem Rohmaterial, mit dem Stahl hergestellt wird. Als Beiprodukt fällt dann nicht mehr CO2, sondern Wasser an.

«Wir wollen Hybrit so weiterentwickeln, dass es im Einklang mit dem Stromsystem der Zukunft, mit einer wetterabhängigeren Stromerzeugung, steht.» Das erklärte der Leiter der Strategieentwicklung bei Vattenfall, Andreas Regnell.

Die Initiative sei sehr wichtig, um der Klimakrise zu begegnen. Ein Leben ohne fossile Brennstoffe innerhalb einer Generation kann so ermöglicht werden. Dieses Ziel hat sich Vattenfall seit längerem auf die Fahnen geschrieben.

Die Initiative hat nach eigenen Angaben das Potenzial, Schwedens gesamte CO2-Emissionen um 10 Prozent zu verringern. Ziel ist es, 2026 den ersten fossilfreien Stahl in industriellem Massstab auf den Markt zu bringen.

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