Bussnang TG: Stadler ruft Ingenieure zurück ins Büro

Janine Karrasch
Janine Karrasch

Weinfelden,

Peter Spuhler, Präsident des Verwaltungsrates der Stadler Rail AG, ordert seine Ingenieure zurück an den Zeichentisch. Zeiten langen Home Offices sind vorbei.

Stadler Rail
Die dänische Lokaltog bestellt zehn FLIRT Akku-Züge bei Stadler Rail. (Archivbild) - sda

Peter Spuhler ruft seine Ingenieure im Hauptwerk von Stadler Rail in Bussnang zurück ins Büro. Homeoffice ist künftig nur noch an einem Tag pro Woche erlaubt.

Die Unternehmensleitung betrachtet die physische Präsenz im Engineering als entscheidend. Die Zeiten ausgedehnter Heimarbeit sind damit vorbei, wie «Inside Paradeplatz» berichtet.

stadler
Stadler erlaubt seinen Ingenieuren nur noch einen Tag Home Office pro Woche. - Stadler

Viele Mitarbeitende müssen sich auf einen deutlich veränderten Arbeitsalltag einstellen. Zuletzt sorgte Spuhlers Entscheidung, mit der Aebi Schmidt-Gruppe an die US-Börse zu gehen, laut «investrends» für Schlagzeilen.

Stadler steht vor grossen Herausforderungen

Der Börsengang der Aebi Schmidt-Gruppe verlief enttäuschend. Ein technischer Fehler führte dazu, dass der Aktienkurs am ersten Handelstag massiv einbrach.

Obwohl sich der Wert der Aktie später stabilisierte, blieb der Imageschaden bestehen. Für Spuhler, einen der bekanntesten Unternehmer der Schweiz, war dies ein Rückschlag.

stadler
Peter Spuhler führte Stadler ab 1989 von einem kleinen Betrieb mit 18 Mitarbeitenden zu einem Weltunternehmen mit über 15'000 Mitarbeitenden. - keystone

Auch in Deutschland musste Spuhler drastische Massnahmen ergreifen. Dort forderte er von den Fabrikarbeitern einen Lohnverzicht, um die schwierige Lage zu meistern.

Die Stimmung im Unternehmen

Die jüngsten Entscheidungen von Spuhler haben die Stimmung bei Stadler Rail spürbar beeinflusst. Viele Mitarbeitende empfinden die Rückkehrpflicht als Rückschritt und fühlen sich in ihrer Flexibilität eingeschränkt.

Arbeitest du gerne im Home Office?

Einige Angestellte sehen darin eine Reaktion auf die aktuellen Krisen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Die Unternehmensleitung betont jedoch, dass die Massnahme notwendig sei, um die Qualität und Effizienz im Engineering zu sichern

Der Ruf von Spuhler als Patron hat in den letzten Jahren gelitten. Besonders Kleinaktionäre und Mitarbeitende nehmen die Veränderungen kritisch wahr.

Spuhlers Erfolgsdruck und seine Grenzen

Trotz der Herausforderungen hat sich Aebi Schmidt zu einem internationalen Player entwickelt. Spuhler strebte mit der Börsenkotierung an der Nasdaq nach noch grösserem Erfolg, was jedoch auf Unverständnis stiess.

Sein Drang, immer weiter zu wachsen, hat ihn in verschiedene Engagements geführt, etwa bei Rieter, Autoneum und Swiss Steel. Doch nicht alle Investitionen verliefen erfolgreich, und Spuhler musste auch Rückschläge hinnehmen

Die Vielzahl an Baustellen belastet den Unternehmer. Sein Nimbus als unfehlbarer Patron ist laut «Inside Paradeplatz» inzwischen deutlich angekratzt.

Kommentare

User #4434 (nicht angemeldet)

Gratuliere Stadler Rail, ist lange gegangen, bis auch diese Firma ein einsehen hatte, dass man nicht jeden gaga mitmachen muss, jetzt ist wieder Kontinuität im Vordergrund. Es wird auch Zeit, dass die öffentlichen Angestellten zurück an den Schreibtisch beordert werden, so würden Millionen an Steuergeldern eingespart!

User #4995 (nicht angemeldet)

Beim Staat arbeiten viele nichts im Homeoffice. Eingebürgert hat sich auch, dass man während dee Arbeitszeit nach Hause geht und dann pünktlich Feierabend macht

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