Die Umweltorganisation Greenpeace hat sich zum Klimagipfel in Glasgow geäussert. Dabei fordert sie von den Staaten das Ende von neuen fossilen Projekten.
Öl
Ein Greenpeace-Aktivist mit einem Banner «No new oil – Greenpeace» (Kein neues Öl – Greenpeace). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Welt soll nicht mehr in neue fossile Projekte investieren.
  • Dies fordert die Organisation Greenpeace vor der Klimakonferenz in Glasgow.
  • Paris 2015 sei die Verlobung gewesen, nun müsse 2021 die Hochzeit folgen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vor dem Klimagipfel in Glasgow eine Einigung der Weltgemeinschaft auf ein Ende aller neuen fossilen Projekte gefordert.

«Paris war die Verlobungsparty, aber jetzt sind wir auf der Hochzeit und warten gespannt darauf, ob die wichtigen Player bereit sind, »Ja, ich will« zu sagen», sagte die internationale Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan am Freitag. Am Sonntag beginnt der UN-Klimagipfel in Schottland.

In Paris hatte sich die Staatengemeinschaft vor sechs Jahren darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden.

Greenpeace lehnt Markt für CO2-Kompensationen ab

In Glasgow geht es nun darum, dieses Ziel im Rahmen des physikalisch Möglichen zu halten und um die konkrete Umsetzung zu ringen. Bislang reichen die ausgegebenen Pläne der Staaten bei weitem nicht aus.

Greenpeace fordert von den Verhandlern in Glasgow, sich in einer gemeinsamen Erklärung davon zu verabschieden, neue Projekte mit fossilen Brennstoffen zu fördern. Einen globalen Markt für CO2-Kompensationen lehnt die Organisation ab. «Sie sind Betrug und funktionieren nicht», heisst es in den Forderungen.

CO2
CO2-Ausstoss (Symbolbild). - Pixabay

Ausserdem fordert die Organisation eine Garantie reicher Länder, jedes Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr für weniger entwickelte Staaten zur Verfügung zu stellen, um die Energiewende und Anpassung zu schaffen.

Vor wenigen Tagen war bereits bekannt geworden, dass dieses im Pariser Klimaabkommen bekräftigte Ziel erst 2023, drei Jahre später als ursprünglich geplant, erreicht wird.

Greenpeace fordert Gelder für betroffene Staaten

Greenpeace und andere Organisationen fordern ausserdem, weitere Gelder für besonders von der Klimakrise betroffene Staaten zur Verfügung zu stellen, um für bereits entstandene Schäden aufzukommen.

Das Climate Action Network, ein grosser Zusammenschluss weltweiter Klimaschutzorganisationen, forderte in einem offenen Brief in dieser Woche, sich in Glasgow auf Regeln zu einigen, um die dafür notwendigen Summen zu ermitteln und zu finanzieren.

Für 2030 werden dem Netzwerk zufolge Schäden in Hohe von bis zu 580 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 496 Milliarden Euro) allein in Entwicklungsländern erwartet.

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