Das höchste britische Gericht entscheidet im Oktober über ein zweites schottisches Unabhängigkeitsreferendum. Die Mehrheit der Schotten wollte keinen Brexit.
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Die Flaggen von Schottland und Europa. Nach der Trennung Grossbritanniens von der EU, droht neuer Ärger auf der Insel. - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die schottische Regierungschefin will ein zweites Unabhängigkeitsreferendum.
  • Im Oktober wird im höchsten britischen Gericht darüber debattiert.

Das höchste britische Gericht will sich im Oktober mit der Frage befassen, ob Schottland auch ohne grünes Licht aus London erneut über seine Unabhängigkeit von Grossbritannien abstimmen darf.

Die Anhörungen sollten am 11. und 12. Oktober in London stattfinden, hiess es vom britischen Supreme Court am Donnerstag.

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In Schottland gibt es wieder Bestrebungen nach Unabhängigkeit. - Graham Stuart/EPA/dpa

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon, die ihren Landesteil nach dem Brexit als unabhängigen Staat wieder in die Europäische Union führen will, hatte selbst das Gericht angerufen, um die Rechtmässigkeit eines Referendums ohne Zustimmung aus Westminster zu klären.

Grund ist, dass die britische Regierung es entschieden ablehnt, die Schotten erneut abstimmen zu lassen. In den kommenden Wochen sollen beide Seiten dem Gericht ihre Argumente vorlegen.

Schottische Bevölkerung wollte keinen Brexit

Bei einem ersten Referendum hatte 2014 eine Mehrheit der Schotten (55 Prozent) für den Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Das war allerdings vor dem Brexit, den der nördlichste britische Landesteil mit klarer Mehrheit (62 Prozent) ablehnte. Daher hoffen die Unabhängigkeitsbefürworter, dass sich bei einer erneuten Abstimmung die Verhältnisse ändern.

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Brexit-Gegner protestierten in London. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP - dpa-infocom GmbH

Sturgeon hat die Abstimmung - vorbehaltlich der Gerichtsentscheidung - für den 19. Oktober 2023 angekündigt. Sollte das Oberste Gericht eine Abstimmung für unrechtmässig halten, will sie die nächste britische Parlamentswahl zu einem De-facto-Referendum machen.

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