Gericht

    Gericht: London darf Asylsuchende nach Ruanda schicken

    DPA
    DPA

    Grossbritannien,

    Ein britisches Gericht hat einen umstrittenen Plan der konservativen Regierung für den Umgang mit Asylsuchenden im Grundsatz bestätigt.

    Grossbritannien migration
    Die Zahl von Menschen, die illegal über den Ärmelkanal nach Grossbritannien einreisen, nahm zuletzt zu. (Archivbild) - Gareth Fuller/PA Wire/dpa/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Grossbritannien will gegen illegale Migration über den Ärmelkanal vorgehen.
    • Der Plan der Regierung sorgt für Kritik – doch nun erhält er Rückenwind vom Gericht.

    Grossbritannien will gegen die illegale Einreise über den Ärmelkanal vorgehen. Der Plan der konservativen Regierung sorgte für heftige Kontroverse. Rückenwind gibt es nun vom High Court.

    Illegal nach Grossbritannien eingereiste Migrantinnen und Migranten in das ostafrikanische Ruanda zu schicken und dort einen Asylantrag stellen zu lassen, stehe im Einklang mit der Flüchtlingskonvention, entschied der High Court in London am Montag.

    Allerdings müsse jeder Einzelfall genau geprüft werden. Der Ruanda-Plan ist das zentrale Vorhaben, mit dem die Regierung von Premierminister Rishi Sunak Migranten von der Überfahrt über den Ärmelkanal abschrecken will.

    Rückkehr nach Grossbritannien nicht vorgesehen

    Die Regelung hatte im Frühjahr die damalige Innenministerin Priti Patel mit der ruandischen Führung vereinbart. Sie sieht vor, dass die Migranten in Ruanda Asyl beantragen und – wenn es ihnen gewährt wird – dort leben können. Eine Rückkehr nach Grossbritannien ist nicht vorgesehen. Da der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einschritt, gab es bisher aber noch keine Abschiebeflüge von Grossbritannien nach Ruanda.

    Flüchtlingsorganisationen hatten auch in Grossbritannien gegen das Vorhaben geklagt. Nach dem Richterspruch zeigten sie sich enttäuscht. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie das Urteil anfechten werden.

    grossbritannien ruanda
    Ein Wachmann steht in der Hauptstadt Kigali auf der Strasse vor den Hallmark Residences, einem der Standorte, an denen einige der Asylsuchenden untergebracht werden sollen, die von Grossbritannien nach Ruanda geschickt werden sollen. - dpa

    Richter Clive Lewis entschied im Grundsatz für die Regierung. Zugleich urteilte er aber, dass die Fälle der acht Flüchtlinge, die gegen das Innenministerium geklagt hatten, nicht ausreichend geprüft worden seien und verwies sie zurück an die Behörde.

    Die zunehmende Zahl von Menschen, die illegal über den Ärmelkanal nach Grossbritannien einreisen, ist der Regierung in London seit längerem ein Dorn im Auge. Den Zuzug einzuschränken und die Kontrolle über die eigenen Grenzen zu erhalten, war eines der Kernversprechen des Brexits. Kritiker weisen darauf hin, dass es keine legalen Einreiserouten für Schutzsuchende gebe.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    völkermord in ruanda
    12 Interaktionen
    Bericht
    22 Interaktionen
    Illegal nach England
    minister sunak
    18 Interaktionen
    Aus Albanien

    MEHR IN NEWS

    beerdigung
    Neues Geschäftsmodell
    a
    3 Interaktionen
    Gen-Gefahr
    wetter
    Mit Bise
    Feuerpferde Tobias Sennhauser
    «Keine Feuerpferde»

    MEHR GERICHT

    6 Interaktionen
    Anchorage
    Karol Nawrocki
    3 Interaktionen
    Warschau
    Russell Brand
    13 Interaktionen
    Vor Gericht
    4 Interaktionen
    Horgen ZH

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    Premier League
    1 Interaktionen
    Premier League
    Gaza-Demo
    5 Interaktionen
    London
    a
    16 Interaktionen
    Mit Riesenkürbis
    22 Interaktionen
    London