Gazprom will die ungenutzte Ostseepipeline Nord Stream 2 für die Versorgung Russlands nutzen. Bis 2028 könnte Deutschland nur einen der beiden Stränge nutzen.
erwin sellering
Blick auf Rohrsysteme in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2 in Lubmin (D). - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Gazprom will Teile von Nord Stream 2 für die eigene Versorgung benutzen.
  • Genutzt werden soll die Ostseepipeline für Regionen im Nordwesten Russlands.
  • Deutschland könnte laut Gazprom bis 2028 höchstens einen der beiden Stränge nutzen.

Der russische Energieriese Gazprom will Teile der auf Eis gelegten Gas-Pipeline Nord Stream 2 für die eigene Versorgung nutzen. Weil die Ostseepipeline derzeit nicht genutzt werde, habe Gazprom entschieden, «die überschüssigen russischen Gastransportkapazitäten an Land für die Entwicklung der Gasversorgung in den Regionen des Nordwestens von Russland zu nutzen», teilte das Unternehmen am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Die Mitteilung enthielt auch eine Warnung: Sollte sich Deutschland entscheiden, Nord Stream 2 doch noch in Betrieb zu nehmen, könne in naher Zukunft höchstens der erste Strang der unter Wasser verlegten Trasse angeschlossen werden. Der zweite Strang sei nun nicht mehr vor 2028 zu nutzen.

Die Pipeline Nord Stream 2 hat zwei Stränge mit einer Transportkapazität von je 27,5 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Berlin das vorher schon ausgesetzte Zertifizierungsverfahren vollständig gestoppt. In der neuen Energiestrategie ist vorgesehen, die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas massgeblich zu verringern.

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