Bisher lag die Frist für Abtreibungen in Frankreich bei 12 Wochen. Nun wurde sie durch eine Gesetzesanpassung verlängert.
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Justitia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abtreibungsfrist wird in Frankreich von 12 auf 14 Wochen ausgeweitet.
  • Zudem wurden die Kompetenzen der Hebammen bei Abtreibung ausgebaut.
  • Präsident Emmanuel Macron konnte sich nicht gegen das Parlament durchsetzen.

In Frankreich wird die Frist für Abtreibungen von 12 auf 14 Wochen verlängert. Einer entsprechenden Gesetzesänderung hat die Nationalversammlung am Mittwoch in Paris mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. «In dem Moment, in dem mehrere Länder dieses Grundrecht der Frau infrage stellen, bin ich stolz, dass Frankreich es bestätigt.» Damit reagierte Gesundheitsminister Olivier Véran mit Blick auf Verschärfungen etwa in Polen.

Frauen gingen zur Abtreibung ins Ausland

Mit der Verlängerung der Frist soll auf die Schliessung von Abtreibungszentren und einen Mangel an verfügbaren Ärzten reagiert werden. Das führte zu Wartezeiten und einem Ausweichen von Frauen ins Ausland.

Ausserdem wurde die Möglichkeit der Abtreibung durch Hebammen ausgeweitet, die diese bislang nur auf medikamentösem Weg vornehmen durften. Anders als ursprünglich geplant behalten Ärzte aber das Recht, eine Abtreibung aus Gewissensgründen abzulehnen.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. - Keystone

Die Gesetzesänderung war in Frankreich nicht unumstritten. Seit 2020 war darüber beraten worden und letztendlich setzte sich das Parlament gegen die Haltung von Präsident Emmanuel Macron durch. Macron hatte allerdings bewusst von einer persönlichen Positionierung gesprochen.

Auch aus dem Medizinbereich kam Kritik. Sie waren der Meinung, dass Investitionen in Kliniken besser gewesen wären, um zeitnahe Abtreibungen zu ermöglichen. Und nicht, dass die Frist verlängert werden muss.

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