Das verheerendste Schweizer Seilbahnunglück forderte 13 Todesopfer
Im Skigebiet Engelberg-Titlis ist am Mittwoch eine Person bei einem Seilbahnunglück ums Leben gekommen. Solche Ereignisse sind selten. Dies auch wegen eines verheerenden Unglücks vor mehr als 50 Jahren.

Das schwerste Gondelbahnunglück in der Schweiz hatte sich am 12. Juli 1972 ereignet: Das Zugseil der Drahtseilbahn von Betten nach Bettmeralp im Oberwallis riss, die Kabine raste auf die Talstation zurück und zerschellte dort. 13 Menschen wurden dabei getötet.
Nach dem Unglück sank das Vertrauen in die Sicherheit der Seilbahnen drastisch, woraufhin die Vorschriften für Seilbahnen verstärkt wurden. Die Anlagen wurden fortan häufiger kontrolliert.
Seilbahnen haben in der Schweiz eine lange Tradition. Nach Eröffnung der ersten Seilbahn im Jahr 1866 habe der boomende Schneesport zum Bau weiterer Seilbahnen geführt, schreibt der Schweizer Alpenclub zur Geschichte der Schweizer Seilbahnen.
Derzeit sind rund 2400 Anlagen in Betrieb, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) auf seiner Webseite schreibt. Für etwa 650 davon ist das BAV verantwortlich. Die Aufsicht und Kontrolle von Anlagen mit kantonalen Bewilligungen liegt beim Interkantonalen Konkordat für Seilbahnen und Skilifte (IKSS).
Im Geschäftsbericht 2024 schrieb die IKSS, dass die Zahl der Ereignisse und Unfälle im Vergleich mit den Vorjahren deutlich zurückgegangen seien. Gemäss Kontrollstelle der IKSS gab es 2024 zwanzig verletzte Personen bei 65 Ereignissen und Unfällen.
25 der Unfälle seien auf ein Fehlverhalten von Fahrgästen zurückzuführen, bei elf wären Umwelteinflüsse die Ursache gewesen und 29 fielen in die Kategorie «unterschiedliche Auslöser», worunter technische Störungen, mangelnde Instandhaltung und Fehlverhalten des Betriebspersonals oder Drittpersonen fallen.
Laut der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva verliert jährlich eine Person ihr Leben bei einem Arbeitsunfall in der Seilbahnbranche. Im gleichen Zeitraum würden im Schnitt vier Mitarbeitende invalid, so die Suva.






