In Frankreich soll ein Fälscherring mehrere tausend Gesundheitspässe gefälscht haben. Sie sollen über zwei Millionen Euro eingenommen haben.
Gesundheitspass Frankreich
Zwei Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes helfen in Le Bourget (F) einem Mann, den Gesundheitspass auf dem Mobiltelefon zu aktivieren. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/ADRIENNE SURPRENANT

Das Wichtigste in Kürze

  • In Frankreich ist ein grosser Fälscherring aufgeflogen.
  • Mit mehreren tausend Gesundheitspässen haben sie über zwei Millionen Euro eingenommen.
  • Im Zusammenhang mit gefälschten Zertifikaten sind rund 100 Personen verhaftet worden.

In Frankreich haben die Behörden einen grossen Fälscherring von Gesundheitspässen entdeckt. Wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr, sollen die Kriminellen zwischen 5000 und 10'000 der in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens notwendigen Dokumente gefälscht haben.

Damit haben sie demnach geschätzt zwei Millionen Euro verdient, hiess es am Freitag aus informierten Kreisen. Die Ermittlungen dauern demnach noch an. Anfang Dezember nahmen die Behörden jedoch ein Paar in Metz im Osten des Landes fest.

Nun sollen weitere Beteiligte ermittelt werden. Nach ersten Erkenntnissen gelang es den Fälschern, die Zugangsdaten von Apothekern zu den Programmen zu erlangen, mit denen die digitalen Pässe erstellt werden. Anschliessend generierten sie zusätzliche Pässe im Namen dieser Apotheker.

Rund 100 Kunden und Verkäufer verhaftet

Der französische Innenminister Gérald Darmanin hatte am Donnerstag die Einleitung von 400 Strafverfahren und die Festnahme von rund 100 Verdächtigen im Zusammenhang mit Fälschernetzwerken verkündet. Unter den Festgenommenen waren demnach sowohl Kunden als auch Verkäufer der gefälschten Gesundheitspässe. Nach Angaben des Ministeriums sind in Frankreich seit der Einführung des Systems im Sommer 110'000 gefälschte Gesundheitspässe im Umlauf.

Corona
Gegen den Gesundheitspass wurde in Frankreich, hier am 4. September in Paris, protestiert. - Keystone

Der Gesundheitspass, der darüber Auskunft gibt, ob jemand geimpft, genesen oder kürzlich negativ getestet ist, muss in Frankreich im öffentlichen Leben regelmässig vorgelegt werden. Er wird unter anderem beim Besuch von Restaurants, Einkaufszentren, Veranstaltungsorten und Museen verlangt.

Die französische Regierung will angesichts der hohen Infektionszahlen die Regelungen verschärfen. Ab Anfang nächsten Jahres sollen die Pässe nur noch gültig sein, wenn die Inhaber eine Auffrischungsimpfung erhalten habe oder von Covid genesen sind. Negative Tests reichen dann nicht mehr.

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