Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat vor den Folgen der russischen Invasion in die Ukraine für die Wirtschaft der Eurozone gewarnt. Der Konflikt werde sich vor allem über die Energiepreise und durch grössere Unsicherheit an den Märkten auswirken, sagte Lagarde bei einem Treffen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister in Paris am Freitag. Handel werde eine weniger grosse Rolle spielen, da Russland nur begrenzt mit den Euro-Ländern handle.
Christine Lagarde
Christine Lagarde. - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • «Gas- und Ölpreise sind seit Russlands Invasion in die Ukraine stark gestiegen», sagte Lagarde.

Gas sei sechs Mal teurer als vor einem Jahr und Öl etwa 54 Prozent teurer. «Unsicherheit ist bereits an den Finanzmärkten spürbar, wo sich die Stimmung verschlechtert hat», sagte Lagarde. Die genauen wirtschaftlichen Auswirkungen seien noch nicht absehbar, da sich die Lage in der Ukraine stündlich verändere. Daher konnte Lagarde auch noch keine Angaben dazu machen, ob sich die EZB-Pläne zur Zinspolitik verändert hätten. Bei der nächsten geldpolitischen Sitzung am 10. März werde die EZB die wirtschaftlichen Aussichten umfassend bewerten. «Die EZB ist bereit, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten alle erforderlichen Massnahmen zu ergreifen, um Preisstabilität und Finanzstabilität im Euroraum zu gewährleisten.»

Lagarde unterstützte die EU-Sanktionen gegen Russland. «Die EZB und alle nationalen Zentralbanken im Euro-System werden die Sanktionen, die von der EU und den europäischen Regierungen beschlossen wurden, entschlossen und gewissenhaft umsetzen», sagte sie. Dazu gehöre etwa, den sanktionierten Banken den Zugang zu Finanzierung zu verweigern, um ihre Vermögen einzufrieren.

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