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    Europa-Experte: Corona-Krise bedroht Zusammenhalt der EU

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    Frankreich,

    Die Corona-Pandemie mit ihren schweren wirtschaftlichen und sozialen Folgen kann nach Ansicht des Pariser Experten Sébastien Maillard das Gefüge der EU erschüttern.

    Milliardenschwere Hilfsmassnahmen werden die Staatsverschuldung nach oben treiben. Das trifft vor allem hoch verschuldete Länder wie Italien hart. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/ZB/dpa
    Milliardenschwere Hilfsmassnahmen werden die Staatsverschuldung nach oben treiben. Das trifft vor allem hoch verschuldete Länder wie Italien hart. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/ZB/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Italien, Frankreich, Spanien und andere Länder fordern in der Krise sogenannte Corona-Bonds, also gemeinsame europäische Anleihen - Deutschland und andere Staaten lehnen dies ab.

    Gerade im besonders betroffenen Italien hätten Menschen das Gefühl, sich nicht mehr auf die Solidarität der traditionellen Partner verlassen zu können, sagte der Direktor des Jacques Delors Instituts der Deutschen Presse-Agentur in Paris. «Die Italiener sind bereits sehr misstrauisch gegenüber Europa geworden. Es gibt das Risiko, dass ein "Italexit" ausgelöst werden könnte», sagte er mit Blick auf einen möglichen italienischen EU-Austritt.

    Italien, Frankreich, Spanien und andere Länder fordern in der Krise sogenannte Corona-Bonds, also gemeinsame europäische Anleihen - Deutschland und andere Staaten lehnen dies ab. Eine gemeinsame europäische Schuldenaufnahme gibt es bisher nicht.

    «Ein Europa ohne Italien ist eine tödliche Gefahr», sagte Maillard. «Nach dem Brexit (dem britischen EU-Austritt) kann man sich nicht vorstellen, dass ein anderes Land die EU verlässt, vor allem ein Gründerstaat.» Über den Fall Italien hinaus drohe der Union mit 27 Staaten ein Stillstand. Denn die zu erwartende Rezession in vielen Ländern könnte eine soziale Krise auslösen und letztlich auch nationalistische Kräfte stärken.

    Der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Delors hatte das nach ihm benannte Institut für europäische Fragen 1996 gegründet. Der 94 Jahre alte Franzose, der die Brüsseler Behörde von 1985 bis 1995 führte, hatte bereits Ende vergangenen Monats vor mangelnder europäischer Solidarität in der Corona-Krise gewarnt.

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