Zypern bittet die Europäische Union immer wieder um zusätzliche Hilfe bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Die Teilung der Insel macht es Schleusern leicht, Menschen in die EU zu bringen.
Migranten stehen hinter einem Zaun in einem Flüchtlingslager in Kokkinotrimithia ausserhalb Zyperns Hauptstadt Nikosia. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa
Migranten stehen hinter einem Zaun in einem Flüchtlingslager in Kokkinotrimithia ausserhalb Zyperns Hauptstadt Nikosia. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Schleuser haben erneut Dutzende Migranten aus der Türkei nach Zypern und damit in die EU gebracht.

In der Nacht zum Freitag entdeckte die zyprische Polizei ein Boot mit 41 Menschen an Bord, das aus der Türkei gestartet war und die zyprische Küste bei Kato Pyrgos erreicht hatte.

Wie zahlreiche zyprische Nachrichtenportale unter Berufung auf die Polizeidirektion in Nikosia weiter berichteten, seien alle Bootsinsassen Syrer - unter ihnen auch drei Kinder. Sie seien wohlauf und sollen in ein Registrierlager gebracht werden, berichtete das Staatsradio (RIK).

Schleuser bringen immer wieder Flüchtlinge aus der rund 70 Kilometer entfernten türkischen Mittelmeerküste nach Zypern. Die Republik Zypern kann dabei erst etwas unternehmen, wenn die Boote die Küste erreicht haben. Der Norden Zyperns ist nämlich von türkischen Truppen besetzt und erlaubt keine Kontrollen in der Meeresstrasse zwischen der Türkei und Nordzypern.

Die Flüchtlingscamps in der kleinen Inselrepublik seien überfüllt, betont die Regierung in Nikosia immer wieder und fordert Hilfe von der EU. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgrösse gingen laut EU-Statistik 2020 die meisten Asylanträge in der EU in Zypern ein.

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