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Deutsche Regierung erinnert an Widerstand gegen NS-Gewaltherrschaft

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Deutschland,

Die deutsche Regierung an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnert.

Stefanie Hubig
Die deutsche Regierung an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnert. (Archivbild) - dpa

Die deutsche Regierung hat am Sonntag zum Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler vor 81 Jahren an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnert. Es gelte auch heute Widerstand gegen diejenigen zu zeigen, die Demokratie und Recht bedrohten.

Die Erinnerung an den 20. Juli 1944 sei keine «Gedenkroutine», sagte Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee. Es gehe um die heutige Verantwortung dafür, «dass von Deutschland nicht noch einmal ein solch monströser Horror ausgeht».

«Aus Schuld folgt eben diese Verantwortung – für uns alle», betonte Hubig. Das Gedenken sei Aufforderung, auch «heute entschieden Widerstand» gegen diejenigen zu zeigen, die Demokratie und Recht bedrohten. Denn auch heute stünden diese «wieder unter Druck».

Am 20. Juli 1944 hatte Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Hitler verübt, um die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu beenden. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wurden Stauffenberg und einige seiner Mitverschwörer noch in derselben Nacht im Hof des Bendlerblocks, des damaligen Oberkommandos des Heeres, hingerichtet.

In Berlin-Plötzensee wurden in der Folge viele der am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 beteiligten Widerstandskämpfer erhängt. Insgesamt wurden zwischen 1933 und 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee mehr als 2800 Gefangene enthauptet oder erhängt.

Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), verwies auf den «grossen Mut» der Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. Wer damals Widerstand leistete, habe sich und seine Familie in Lebensgefahr gebracht, sagte er bei der Gedenkveranstaltung. «Es drohten Entrechtung, Konzentrationslager, Sippenhaft oder Ermordung.»

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) verwies gleichfalls in einer Erklärung auf das Schicksal der Angehörigen der Attentäter. «Auch ihre Familien bewiesen Mut – und zahlten oft einen hohen Preis», erklärte er. «Verwandte, die zwischen Aktenbergen Briefe versteckten. Ehefrauen, die in Gefängnissen ausharrten. Mütter, die Verhöre über sich ergehen liessen, immer in Angst, was man ihren Kindern antun würde.»

Die Ansprache bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung hielt der Schauspieler Matthias Brandt, Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD). Er erinnerte an seinen Vater, der 1933 vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins Exil gehen musste. Matthias Brandt beschrieb dabei auch die schwierige Zeit nach dem Krieg, in der sein Vater und viele Mitglieder des NS-Widerstands als «Vaterlandsverräter» beschimpft wurden, und warnte vor einer Wiederkehr von Ausgrenzung und Rassismus in der Gesellschaft. «Wir dürfen nicht schweigen.»

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